Sonntag, 19. August 2018
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Neueste Technologie für Administratoren

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ThinClients von Dell für VDI-Anforderungen

Bild 1. Das Einstiegsmodell 3040 punktet mit sehr geringen Abmessungen - etwa 10 cm x 10 cm x 3 cm (LxBxH).

Virtual Desktop Infrastrukturen (VDI) profitieren von „schnellen“ CPUs, „großen“ DRAM-Mengen und hoher Netzwerkbandbreite und passenden Schnittstellen an den Servern und Endgeräten. Dabei ist es wichtig, diese Performance-Steigerung sowohl auf der Serverseite, als auch bei den Clients in Auge zu behalten.

Inzwischen sind ThinClients mit Vierkern-Prozessoren und GBit/s-Ethernet verfügbar. Damit lassen sich drei oder vier Monitore (etwa per Displayport) mit 4K-Auflösung anschließen. Bei den Servern sorgen entsprechend zertifizierte Grafikkarten von NVIDIA für die notwenige „Grafikpower“ von virtuellen Maschinen– auch für CAD-Anwendungen.

Bild 2. ThinClient "Mittelklasse", Dell Wyse 5070 in der Frontansicht.
Bild 3. Hier sind die rückwärtigen Schnittstellen des Wyse 5070 zu sehen.

ThinClients bieten für die Unternehmen viele Vorteile, so verbrauchen diese Endgeräte in der Regel weniger Ressourcen (Energie, Platz) als „normale“ PCs, lassen sich meist an den Monitoren platzsparend anbringen, und so das „Kabelwirrwarr“ unter den Schreibtischen der Mitarbeiter eindämmen. Zudem verringern ThinClients den Verwaltungsaufwand und erleichtern den Systembetreuern auf diese Weise die Arbeit. Denn in der Regel werden diese Clients „nur“ dazu genutzt, auf entsprechende VMs (virtuelle Maschinen) zuzugreifen, und diese auf dem Monitor des Mitarbeiters anzuzeigen. Somit übertragen diese Systeme quasi nur die Ein- und Ausgaben der Peripherie-Geräte vom Client zum Server – und umgekehrt.

In der Vergangenheit wurden typische ThinClients meist nur für textbasierte Anwendungen eingesetzt, oder für Programme mit geringen Anforderungen und – aus heutiger Sicht – rudimentären Grafikinhalten. Denn weder die Hardware der Server, Clients oder der Netzwerkinfrastruktur war auf eine größere Leistung ausgelegt. Vor etwa fünf Jahren kamen weitere Anwendungsbereiche hinzu, auch grafikintensivere Applikationen konnten nun auf den ThinClinets übertragen, dargestellt und ohne größere Latenzzeiten genutzt werden. Allerdings war man meist noch auf einen einzelnen Monitor begrenzt, oftmals auch in geringeren Auflösungen (unter 1090p oder 720p) als Schnittstellen waren an den ThinClients oftmals nur VGA- oder maximal DVI-Schnittstellen verbaut.

Aktuell ist diese Technologie allerdings soweit, dass selbst Anwendungen mit sehr hohen Auflösungen, und großen Anforderungen an die Hardware sowie den Peripheriegeräten ohne Probleme eingesetzt werden können. Das hängt zum einen mit der zur Verfügung gestellten Leistung der ThinClients zusammen: Wo früher eine einzelne CPU mit „onboard“ Grafikkarte und geringen Hauptspeicher vor sich hin werkelte, und maximal eine Netzwerkschnittstelle mit 100 MBit/s verbaut war, sind aktuell Doppel- oder Vierkern-Prozessoren mit 4K-Grafikkarten und 1-GBit/s-Ethernet und größeren Mengen an Hauptspeicher (etwa 4 GByte beim ThinClient und 768 GByte bei den Servern) verfügbar.

Zudem darf dabei nicht vergessen werden, dass auch die VMs auf den Servern nun Zugriff auf deutlich mehr Ressourcen in Anspruch nehmen können. Neben der Erhöhung der CPU-Performance bei Clients und Servern, deutlich höheren Hauptspeichermengen und SSD statt HDD-Massenspeichern können nun auch spezielle Grafikkarten in den VMs eingesetzt werden. So ist es etwa möglich, die Leistung einer im Server verbauten „Hochleistungsgrafikkarte“ in eine VM „durchzuschleifen“. Das ist besonders nützlich, falls auf dieser virtuellen Maschine CAD-Software eingesetzt werden soll.

Geräte

Dell aktualisiert sein ThinClient-Portfolio. In diesem Zug wurden zudem die Modellgruppen konsolidiert. Wie bisher werden dabei drei „Leistungsklassen“ oder „Produktkategorien“ unterschieden. Dabei ist die 3000er Serie, die 5000er Serie sowie die 7000er Serie zu nennen. Allerdings wurde die Anzahl der einzelnen Modelle begrenzt. Waren früher beispielsweise Modelle wie 3020, 3030, 3040 oder Latitude 3480 verfügbar, bietet Dell nun „nur“ noch das Modell 3040 plus ein Latitude -Notebook als ThinClient an. Die Latitude-Notebooks werden dabei mit dem „Wyse Konverter für PC“ kombiniert, auf diese Weise nutzen die Mitarbeiter das zur Verfügung gestellte Mobilgerät unterwegs oder stationär an „ihrem“ Arbeitsplatz im Unternehmen. Ähnlich verfährt Dell bei der 5000er Serie: Hier werden die bisher verfügbaren Modelle (5010,5020, 5030, 5040, 5050, 5060 und Latitude 5280) ebenfalls auf ein stationäres Modell (Wyse 5070) plus das Mobilgerät (Latitude). Analog dazu verringert Dell auch die Anzahl der 7000er-Modelle.

Dass bei dieser Reduzierung nicht die Flexibilität leiden muss, zeigt Dell anhand der Konfigurationsmöglichkeiten für die aktuellen ThinClints. Denn bei den Modellen der 5000er und 7000er ist es möglich, die Anzahl der Schnittstellen (USB, Displayport) entsprechend anzupassen. Beispielsweise verfügt das 5070er Wyse standardmäßig über zwei USB-2.0-Ports und einem USB-3.0-Anschluss auf der Vordersite, sowie vier auf der Rückseite. Über die optionale Schnittstellenerweiterung lassen sich beispielsweise noch bis zu vier Ports hinzufügen. Auch ist es möglich, den Wyse 5070 mit einem Smartcard-Reader in der Front zu beziehen, falls dies gewünscht wird.

Bild 4. Die Clients werden bei Bedarf auch mit dem Mobilgerät verwaltet (Quelle: Dell).

VDI-Komplettlösung

Dell bietet skalierbare VDI-Komplettlösungen, dabei wird sowohl die Client- als auch die Server-Seite entsprechend abgedeckt. Je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche ThinClients mit verschiedenen Server-Leistungsklassen kombinieren. Wird etwa nur eine „geringe Leistung“ benötigt (reine Desktop-Anforderungen wie Browser, Email, Office-Apps) greifen die Unternehmen zu günstigen ThinClients, sowie den passenden VDI-Servern. Sollen auch grafisch anspruchsvollere Systeme auf den Arbeitsplätzen eingesetzt werden, greifen die Verantwortlichen zu „besser“ ausgestatteten Geräten und Servern. Neben der Möglichkeit, passende ThinClients zu kaufen, ist es möglich die korrespondierenden Systeme zu mieten (sowohl die Server als auch die). Auf der Server-Seite stehen vier unterschiedliche Leistungsklassen zur Wahl:

  • Essentials,
  • Graphics Enhanced,
  • Expanded und
  • Workstation Experience.

Bei der Einstiegsklasse „Essentials“ kommen PowerEdge-R640-Server mit zwei Xeon-CPUs (jeweils 14 CPU-Kerne) und 384 GByte DRAM zum Einsatz. Die VMs samt den Nutzerdaten werden dabei auf „klassischen“ Festplatten gespeichert, diese werden durch Flashspeicher ergänzt (als Zwischenspeicher). Je nach Anzahl der Clients und gleichzeitigen Sessions (Verbindungen) müssen die IT-Systembetreuer hier mit circa. 10 Dollar (800 Sessions) bis 13 Dollar (600 Benutzer) pro Monat und User an Kosten rechnen (ohne Thin-Clients-Leihgeräte, bzw. auf „eigener Hardware“.

Für „Graphics Enhanced“ werden R740XD-Server eingesetzt, hier sind ebenfalls zwei 14-Kern-CPUs (Xeon Gold 5120) verbaut, und 384 GByte DRAM. Es handelt sich dabei um einen Server mit der Baugröße „2 Höheneinheiten, HE“. Zudem ist in diesem Server eine Grafikkarte von NVIDIA verbaut (Tesla M10), diese GRID-fähige-Grafikkarte ist für den Einsatz in virtuellen Maschinen lizensiert. Für 384 Benutzer müssen die IT-Verantwortlichen etwa 23 Dollar pro Monat und pro Benutzer einrechnen.

All-Flash-Storage, zwei 20-Kern-CPUs (Xeon Gold 6138) sowie 768 GByte DRAM kommen bei der Lösung „Expanded“ zum Einsatz. Als Chassis wird ein VxRail eingesetzt, das gesamte System trägt die Bezeichnung V570F. Bei dieser Leistungsklasse müssen die Administratoren – wie schon bei der „Graphics Enhanced“ circa 23 Dollar pro Monat und Benutzer einplanen (bei einem Umfang von 800 Usern).

Der letztgenannte Punkt (Workstation Experience) wird ebenfalls eine VxRail als Basis eingesetzt. Hier stehen zwei 14-Kern-CPUs (Xeon Gold 5120) sowie 384 GByte DRAM bereit. Zudem ist an dieser Stelle eine NVIDIA Tesla P40 Grafikkarte vorhanden. Auf diese Weise können auch „leistungshungrige“ Anwendungen in den VMs betrieben werden. Preislich müssen die Systembetreuer hier mit etwa 74 Dollar pro Monat und Benutzer rechnen (bei 144 User).

Die bisher angesprochenen Preise erhöhen sich, falls die Unternehmen für ihre User noch Leihgeräte in Anspruch nehmen möchten. Für die „kleineren“ ThinClients (beispielsweise Wyse 3040) müssen die Administratoren nochmals etwa sechs US Dollar pro Monat und User beziehungsweise Gerät rechnen. Bei den Wyse-5070-Geräten fallen Kosten von etwa neun Dollar pro Gerät und Monat an. Mit circa 14 Dollar schlagen laut Dell die Modelle „OptiPlex 3060“ zu Buche – ebenfalls pro Monat und pro Benutzer.

Wyse Management Suite

Bei den Verwaltungs-Tools nutzt Dell die „Gunst der Stunde“ und aktualisiert seine Management-Software-Produkte. Diese ist nun auch als App für Mobilgeräte (für Android und iOS) verfügbar, sowie als Windows-Variante. Auf diese Weise sehen sich die Systembetreuer in der Lage „mal eben schnell“ die Konfiguration von ThinClients zu prüfen, etwa wenn der Benutzer sich hilfesuchend an die IT wendet. Allerdings ist der Funktionsumfang der App im Vergleich zur „Windows-Vollversion“ eingeschränkt, grundliegende Funktionen oder eine rudimentäre Fehlersuche sind allerdings mit der Mobilversion möglich. Zudem soll (wie bisher) „Wyse Easy Setup“ für eine möglichst schnelle und unkomplizierte Bereitstellung der ThinClients sorgen – die App ist seit Anfang des Jahres erhältlich. Weitere Informationen sind auf der Herstellerseite zu finden.

Florian Huttenloher

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