Sonntag, 22. Oktober 2017
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Container-Hosting im Frachtcontainer

„Energie dort nutzen wo sie erzeugt wird!“ – Windcloud folgt bei seinem Pilotprojekt einem klaren Motto (Quelle: Windocloud.org).

Der Stromverbrauch in den Rechenzentren (RZ) steigt stetig an. Vor allem Trends wie autonome Fahrzeuge, Cloud-Ressourcen undBigdata-Applikationen“ werden in Zukunft für eine enorme Steigerung der Storage- und Compute- Anforderungen sorgen. Und dies wird sich unter anderem im Co2-Ausstoss bemerkbar machen. Denn RZs benötigen eine Menge Energie, primär um die Rechenleistung an sich bereitzustellen, und sekundär um die erzeugte Abwärme wieder abzuleiten – beziehungsweise um das innere des RZ auf die entsprechenden Temperaturen herunterzuregeln.

 

Die Gründer von „Windcloud“ haben dies erkannt, und sich der Frage gestellt, wie man diesen Co2-Ausstoss möglichst gering halten kann: Dabei spielen erneuerbare Energiequellen eine große Rolle, und vor allem sollte die Energie dort verbraucht werden, wo sie auch erzeugt wird. Warum dann nicht ein Rechenzentrum in unmittelbarer Nähe eines norddeutschen Windparks platzieren?

Hierbei bekommt der Terminus „grüne Wiese“ gleich eine neue Bedeutung, denn für das Pilotprojekt sammelte das Startup genügend Kapital an, um ein Rechenzentrum (auf Basis von Frachtcontainern) quasi auf die Weide zu stellen. Ein nahegelegener Windpark liefert die nötigte Energie zum Betrieb, bei Flaute wird zunächst mit Akkus „überbrückt“, zudem steht noch eine Biogaslange auf „Standby“. Sollten alle Stricke reißen besteht die Möglichkeit, Strom aus dem normalen Versorgungsnetz zu beziehen. Dies war allerdings in der fast einjährigen Betriebszeit  laut Windcloud-Gründer Karl Rabe noch nicht der Fall.

Alternative Wege geht das Unternehmen auch bei der Hardwareausstattung, sowie dem Temperatur- und Umgebungsparameter-Management. So setzte das Windcloud-Team für das Pilotprojekt auf gebrauchte Hardware (etwa ein bis drei Jahre alte Server, Netzwerk- und Storage-Systeme), und rüstete diese entsprechend auf. Die Außenhülle des RZ besteht aus handelsüblichen Frachtcontainern, diese wurden quasi „auf der Wiese“ abgestellt.

Auf Nachfrage von NT4ADMINS, wie denn die Luftfeuchtigkeit geregelt würde, antwortete Rabe im NT4ADMINS-Interview auf der CeBIT: „Feuchtigkeit ist uns total egal!“. Kondenswasser bildet sich kaum, denn frische, aufgewärmte Außenluft führe einen Großteil der Luftfeuchtigkeit wieder ab. Auch bei den Temperatur-Regelungen ist man bei Windcloud flexibel eingestellt, so wird in der kälteren Jahreszeit das RZ mit relativ niedrigen Temperaturen „gefahren“ während im Sommer durchaus auch Temperaturen von 28 Grad erreicht werden. Bisher soll es laut Raabe noch zu keinem einzigen Hardwareausfall gekommen sein.Weitere Infromationen sind auf der Webseite von Windcloud zusammengestellt.

Florian Huttenloher

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