Sonntag, 24. Juni 2018
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Warum DBAs die Leistungsoptimierung minimalistisch betrachten sollten

Thomas LaRock, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: SolarWinds)

Als der Job als Datenbankadministrator (DBA) noch neu für mich war, glaubte ich, alles könne noch schneller und effizienter sein. Ich verbrachte viele Tage mit der Leistungsoptimierung und wollte sicherstellen, dass keine Abfrage eine Sekunde länger als nötig dauerte. Ich sammelte Messdaten und erfasste sämtliche Daten, auf die ich zugreifen konnte, auch wenn ich nicht wusste, ob sie mir jemals etwas nützen würden.

Bald merkte ich: Ich litt unter dem, was manche als Compulsive Tuning Disorder (CTD) bezeichnen – der zwanghaften Optimierung.  In meinem Fall war dieser Zwang noch kein Problem, als ich meine Tätigkeit begann. Im Gegenteil, anfangs führte er sogar zu guten Ergebnissen. Meine Endbenutzer freuten sich über schnellere Anwendungen und zufriedene Endbenutzer bedeuten schließlich zufriedene Manager. Leider sind die ersten Tage als DBA nur selten wegweisend für die weitere Entwicklung des Jobs.

Anfangs hat man häufig Zeit so viel zu optimieren, wie man will, doch schon bald muss man mehr Verantwortung übernehmen, die oft außerhalb des eigenen Fachgebiets liegt. Die Aufgaben des DBA werden noch anspruchsvoller, wenn neue und aufstrebende Technologien im Unternehmen eingeführt werden.

Für DBAs mit CTD wird der Zwang, eine Umgebung zu optimieren, zur schweren Last. Mit allen Trends Schritt zu halten kann heute eine beängstigende Aufgabe sein – genau wie die Vorstellung, jedes Detail der Umgebung zu optimieren, zumindest wenn man gerne auch mal ein paar Stunden Schlaf bekommen möchte.Aus diesem Grund ist für die Leistungsoptimierung ein ganz anderer Ansatz zu empfehlen: der Minimalismus.

Minimalismus begrüßen

DBAs sollten ihre Sicht auf die Leistungsüberwachung und -optimierung neu überdenken und minimalistischere Methoden übernehmen, die sich auf die zentralen Notwendigkeiten konzentrieren. So können IT-Experten einfacher mit neuen Anforderungen Schritt halten, die unvermeidlich aufkommen werden. DBAs sollten sich zwei einfache Fragen stellen, um diesen Minimalismus zu erreichen: Ist das ein Problem und was können wir dagegen tun? Um eine geeignete Antwort auf diese Fragen zu finden, sollten DBAs ein paar Punkte beachten:

  • Warnungen ernst nehmen: Wenn man von E-Mails mit Monitoring-Warnmeldungen überflutet wird, hat man wahrscheinlich an irgendeiner Stelle etwas falsch gemacht. Wenn man Warnungen so konfiguriert, dass man Warnmeldungen per Mail erhält, sollte das nur Situationen betreffen, in denen man auch sofortige Maßnahmen ergreifen muss. Alles, was keine Handlung erfordert, ist nur eine Information und kann für die spätere Überprüfung protokolliert werden. Man sollte dabei zwischen „wichtig“ und „unverzichtbar“ unterscheiden und seine E-Mail-Benachrichtigungen entsprechend anpassen, um nicht durch zu viele Mails überfordert zu werden.
  • Ursache finden: Bei der Fehlerbehebung geht es vor allem darum, Ursachen zu ermitteln. Eine Technik zur Fehlerbehebung besteht darin, fünfmal „Warum?“ zu fragen. Sobald man beim letzten „Warum?“ angekommen ist, ist man der zugrunde liegenden Ursache des Problems schon ganz nah und weiß, worauf man seine Anstrengungen konzentrieren sollte.
  • Nicht so viel herumtüfteln: Natürlich ist die Versuchung immer noch groß, viel Zeit mit der Leistungsoptimierung zu verbringen. Aber es gibt definitiv dringendere Probleme als dem Überwachungs-Dashboard eine grüne Farbe zu verleihen. DBAs sollten sich also die Fragen stellen, welches Problem sie wirklich lösen wollen? Wenn die Antwort „Ich weiß nicht“ lautet, ist es Zeit, weiterzugehen. Wenn man die Frage beantworten und ein Problem identifizieren könnte, könnten man ein akzeptables Lösungsziel festlegen. Auf diese Weise arbeitet man deutlich effizienter.
  • Sich um die Ressourcenauslastung kümmern: Wenn die Ressourcenauslastung Probleme bereitet, ist die Antwort erstaunlich simpel: Man sollte weniger nutzen oder oder aber mehr kaufen.

           

DBAs wissen genau, wie sie Arbeitsspeicher-, Datenträger-, Netzwerk- und CPU-Kapazität überwachen können. Schwieriger ist es, dem eigenen Drang zu widerstehen, alles zu optimieren. Mit einer minimalistischen Herangehensweise können Datenbankadministratoren bei der Optimierung feststellen, ob ein Problem wirklich dringend ist oder ob es vorerst zurückgestellt werden kann. So sorgt man dafür, dass neue Technologien einen nicht überfordern und schiebt gleichzeitig der ungesunden Optimierungsbesessenheit einen Riegel vor.

Thomas LaRock, Head Geek bei SolarWinds

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