Montag, 23. Juli 2018
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Netzwerkvirtualisierung im Fokus

Destiny Bertucci, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: SolarWinds)

Network Function Virtualization (NFV) und Software-Defined Networking (SDN) bieten einen neuen Ansatz, das Netzwerk und die entsprechenden Dienste zu gestalten, zu implementieren und zu verwalten, und sollten in die modernen Unternehmensnetzwerke und die Netzbetreiber-Infrastrukturen integriert werden. Bei der Entscheidungsfindung im Bereich Infrastrukturausbau mit diesen Vernetzungsentwicklungen wichtig, dass man die Ähnlichkeiten, Unterschiede und Vorzüge der dualen NFV- und SDN-Implementierung versteht.

Mangelnde Fachkenntnis über diese Technologien können jedoch negative Vernetzungs-Investitionen zur Folge haben sowie versäumte Möglichkeiten, von diesen zu profitieren. Während NFV und SDN ähnliche Grundlagen aufweisen und für virtuelle Umgebungen überwiegend Vorteile bieten, weisen sie einzigartige Merkmale auf, die beide Technologien für die erfolgreiche Verwaltung des Netzwerks und der Netzwerkdienste gleich wichtig machen.

Bei Software-Defined Networking handelt es sich grundsätzlich um das Verfahren zur Trennung der Systemsteuerung eines Netzwerks von der Datenebene, die den Netzwerkdatenverkehr weiterleitet, und zur Zentralisierung der Steuerung, um Befehle an die Infrastruktur bereitzustellen. Wenn dieser Trennungsvorgang erfolgreich umgesetzt wird, entsteht dadurch ein zentral gesteuertes, verwaltetes und programmierbares verteiltes Netzwerk, das eine effizientere Orchestrierung und Automatisierung von Netzwerkdiensten, Agilität und Flexibilität sowie Netzwerkfluss und die Innovation auf Gesamtebene begünstigt.

Das Netzwerk wird dadurch letztlich von der darunterliegenden Hardware gelöst und ist somit imstande, auf virtualisierte Rechenzentren abgestimmt zu werden und diese zu unterstützen.

Andererseits werden durch NFV Netzwerkfunktionen virtualisiert und Netzwerkdienste optimiert; die Implementierung der Netzwerkfunktionen in Software ermöglicht es dem Netzwerk, von der Technologie des virtualisierten Rechenzentrums zu profitieren, da die proprietären Hardwareteile nicht länger benötigt werden. Durch die Platzierung dieser virtuellen Anwendungen in eine Hypervisor-Umgebung kann eine zentral programmierbare Infrastruktur geschaffen werden, für deren Wartung und Support weniger Kosten entstehen. Auch die Zuverlässigkeit wird durch NFV verbessert, da Fehlkonfigurationen und Bedienungsfehler weitaus seltener vorkommen.

Beide Technologien sollen einen softwarebasierten Ansatz für die Vernetzung fördern und agilere, skalierbare und innovative Vernetzungen entwickeln, die den Gesamtzielen eines Unternehmens im Bereich IT besser entsprechen. NFV und SDN als solche dienen oft denselben Zwecken. Beide Technologien zielen darauf ab, Software funktioneller zu machen, Commodity-Server und Switches anstelle von proprietären Anwendungen zu nutzen, Anwendungsprogrammierungsschnittstellen (APIs) wirksam einzusetzen, die Orchestrierung, Virtualisierung und Automatisierung von Netzwerkdiensten auf optimierte Weise zu fördern und Anwendern dabei zu helfen, schnelles Nachfragewachstum zu verwalten und Kapital- und Betriebskosten (CAPEX und OPEX) dabei gleichzeitig zu senken. Durch die jeweiligen konkreten unterschiedlichen Merkmale sind diese Technologien am wirkungsvollsten, wenn sie zusammen implementiert werden.

Gemeinsam wirksam

SDN und NFV kommen bei der Entwicklung eines effizienten virtuellen Netzwerks zwar eine bestimmte Aufgabe zu, ihre Grundmerkmale überschneiden sich jedoch größtenteils. SDN und NFV sind nicht voneinander abhängig, sondern ergänzen einander und sollten daher gemeinsam implementiert werden, damit die besten Ergebnisse erzielt werden können. Während SDN Netzwerkautomatisierung bietet, die richtlinienbasierte Entscheidungen begünstigt, um die Richtung von Netzwerkdatenverkehr zu orchestrieren, setzt NFV auf Dienste, Funktionen und virtualisierte Umgebungen. SDN und NFV bieten Rechenzentren neue Möglichkeiten, ihre IT-Infrastruktur zu verwalten.

SDN erlaubt es Nutzern, Netzwerkebenen zu programmieren, die Datenebene von der Kontrollebene zu trennen, während NFV eine agile Platzierung von Netzwerkdiensten ermöglicht, wann und wo immer sie gebraucht werden. Durch diese neue Ebene der Programmierbarkeit können Nutzer durch SDN und NFV ihre Netzwerkressourcen optimieren, die Netzwerkagilität und Service-Innovation erhöhen, die Markteinführung von Diensten beschleunigen, Geschäftsanalytik ausschöpfen und letztendlich dynamische, leistungsorientierte virtuelle Netzwerke schaffen. SDN und NFV wirken sich auf die Konvergenz zwischen IT, Rechenzentrum und Telekommunikation aus und bietet Rechenzentrum-Managern die Flexibilität und Skalierbarkeit, um wechselnde Marktanforderungen vorherzusehen und Kundenerwartungen stets einen Schritt voraus zu sein.

Bewährte Praktiken

Wenn man in Erwägung zieht, in eine dynamische Rechenzentrumarchitektur überzugehen, in der man eine oder beide dieser softwarebasierten Strategien einsetzt, sollte man bei Bedarf die folgenden bewährten Praktiken für eine erfolgreiche Implementierung heranziehen. Diese Liste ist nicht vollständig, kann jedoch den Anfang erleichtern:

  • Ziele festlegen: Konkrete Funktionalität, die beide Lösungen für Netzwerkdienste erbringen müssen, erörtern und bestimmen.
  • Das Geschäftsszenario erkennen: Das Wissen hilft dabei, das Argument für die Implementierung von SDN und NFV auf wirksame Weise einzubringen. Werden Dienste angeboten, die eine hohe Verfügbarkeit erfordern? Welche Anwendungen mit hohem Volumen werden angeboten? Fragen wie diese sollte man vorab beantworten können, damit man sowohl die Finanz- als auch die IT-Experten für die Implementierung gewinnen kann. Hierzu wird die Fähigkeit, die Auswirkung einer Implementierung von SDN beziehungsweise NFV auf das Geschäftsergebnis sowie die Gesamtziele einzuschätzen für eine zukünftige Umsetzung maßgeblich sein.
  • Integration der bestehenden Infrastruktur: Wie es mit neuen Technologien oftmals der Fall ist, liegt die größte Hürde in der Integration von NFV/SDN in bestehende Technologien und in der Übernahme insgesamt. Um diese Hürde aus dem Weg zu räumen muss ein Produkt in der Testumgebung bewertet werden, die die Produktion genau simuliert und die Überwachung als Disziplin nutzt. Wenn man die grundlegenden Überwachungsprinzipien in der Test- und Implementierungsphase von SDN/NFV anwendet, erzielt man eine solide Grundlage für Netzwerkperformance und Integrität, um die Auswirkung von SDN/NFV auf die Infrastruktur besser einzuschätzen.
  • Zulieferer mit Bedacht wählen: Bei der Wahl eines Händlers sollte man darauf achten, dass dieser bei der Bereitstellung der Software und mit den Herausforderungen bei der Zertifizierung helfen kann und bei der Abgabe seiner Empfehlungen die langfristigen Geschäftsziele berücksichtigt. Sobald die NFV-Umgebung wächst, kann man aus einer großen Auswahl an Händlern wählen, die NFV-basierte Wares und Dienste bieten. Dazu gehören etwa AT&T, Cisco Systems, Dell, Citrix, Microsoft, Oracle, Verizon, Brocade oder Juniper.

 

Im Zeitalter der Innovation relevant bleiben

Die Integration von NFV und SDN in moderne Unternehmensnetzwerke und Netzbetreiber-Infrastrukturen ist maßgeblich, um mit dem rasanten Tempo und dem permanenten Wandel der Branche Schritt zu halten. Dabei ist es wie bei jeder neuen Technologie maßgeblich, vor der Bereitstellung die wichtigsten Faktoren für die zwei Vernetzungs-Entwicklungen zu ermitteln. Bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich des Einsatzes dieser Technologien ist es wichtig, dass man im Gespräch mit Geschäfts- und IT-Experten sowie Managern in der Lage sein muss, die Vorzüge von NFV und SDN und ihre Rolle für den Erfolg in einer modernen IT-Umgebung zu erörtern und dabei die bewährten Methoden heranzuziehen, die eine erfolgreiche Übernahme begünstigen. Diese Entwicklungstechnologien kommen vielleicht wie ein Gewirr an Akronymen daher; um mit dem Zeitalter der Innovation Schritt zu halten, sollte man jedoch die wichtigsten Merkmale der beiden Technologien kennen.

Destiny Bertucci, Head Geek bei Solarwinds

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