Sonntag, 23. September 2018
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Hybride IT: Alltägliche Herausforderungen überwinden

Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: SolarWinds)

Fast jedes Unternehmen wurde inzwischen vom „großen Reiz“ der Cloud und ihren zahlreichen Vorteilen angezogen. Laut dem SolarWinds IT Trends Report 2017: Portrait of a Hybrid Organisation gaben 86 Prozent der befragten IT-Experten in Deutschland an, dass die Cloud unter den Top 5 der aktuell wichtigsten Technologien in ihren Unternehmen rangiert, 46 Prozent nannten die Cloud und hybride IT sogar als Nummer 1.

Folglich ist die Systemmigration für Unternehmen der unterschiedlichsten Arten und Größen zur Priorität geworden. Angesichts der Eile, mit der Systeminfrastrukturen aus dem Rechenzentrum in die Cloud migriert werden, zeichnen sich im Zusammenhang mit der Cloud und der hybriden IT auch viele Herausforderungen ab und stellen für zahlreiche Unternehmen Probleme dar. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen und IT-Experten ihre Aufmerksamkeit jetzt darauf richten, aus diesen Herausforderungen zu lernen, um die hybride IT erfolgreich zu ihrem Vorteil zu nutzen. Im Folgenden werden drei gängige Herausforderungen aufgezeigt, denen wir bei der Systemmigration begegnen.

Um zu rennen, sollte man erst laufen können

Der SolarWinds IT Trends Report fand heraus, dass 34 Prozent der befragten IT-Experten in Deutschland Anwendungen oder Infrastrukturkomponenten, die zuvor in die Cloud migriert worden waren, lokal zurückholen mussten. Die Hauptgründe hierfür reichen von Sicherheits- und Compliance-Bedenken bis zu Performance-Beeinträchtigungen. Gleichzeitig hat es jedoch den Anschein, dass einige IT-Experten etwas zu euphorisch reagieren und ihre Systeme übereilt in die Cloud migrieren, ohne vorher sicherzustellen, ob die Cloud ihnen wirkliche Vorteile bietet und mithilfe der Cloud die eigenen Dienste verbessert werden können.

Vorabtests für mögliche Auswirkungen auf Sicherheit und Performance sollten immer die Grundlage für jede Migrationsstrategie bilden. Ein umfassendes Monitoring-Toolset, das detaillierte Einblicke sowohl in lokale Systeme als auch in die Cloud bietet, ist enorm wichtig, um genau festzustellen, wie sich Workloads, Anwendungen und Infrastrukturkomponenten in der Cloud verhalten werden. Die Überwachung liefert Baselines für Leistungsmessdaten, die genutzt werden können, um schnell zu entscheiden, wofür sich eine Workload am besten eignet.

Transparenz kann Autorität ersetzen

Hybride IT-Umgebungen und ihre zahlreichen Vorteile haben IT-Experten eine ganz neue Welt eröffnet, aber gleichzeitig ihre Handlungsmöglichkeiten in einem zentralen Punkt grundlegend verändert. Die größte durch die hybride IT geschaffene Herausforderung ist dem SolarWinds IT Trends Report 2017 zufolge der Mangel an Kontrolle und Transparenz über die Performance cloudbasierter Infrastrukturkomponenten. Dies zieht die Effektivität hybrider IT-Umgebungen in Mitleidenschaft und stellt für Unternehmen, die bisher nur lokale Umgebungen nutzen, ein großes Hindernis für die Migration dar.

Wenn in einer lokalen Umgebung ein Leistungsproblem auftritt, besitzen IT-Experten die nötige Autorität und Kontrolle, um frei nach der zugrunde liegenden Ursache zu suchen. In hybriden IT-Umgebungen kann es jedoch problematisch sein, festzustellen, wer verantwortlich ist und wo die Ursache liegt. Um Klarheit und letztendlich auch Kontrolle zu erlangen, ist eine umfassende hybride IT-Überwachung unerlässlich. So kann nachvollzogen werden, wie sich Workloads in der Cloud verhalten und wovon ihre Performance abhängt.

Sobald man die Ursache für ein Problem erkennen kann, hat man die Möglichkeit, sie dem Cloud-Dienstanbieter (CSP) präzise und nachdrücklich mitzuteilen. So wird nicht nur das Problem schneller gelöst, sondern auch die Beziehung zwischen internen IT-Experten und CSPs gestärkt, was dazu beiträgt, die Uptime von Systemen sicherzustellen, und nebenbei zu einer freundschaftlichen Zusammenarbeit führen kann.

Eine Kultur des lebenslangen Lernens

In der heutigen Welt muss alles auf Abruf verfügbar sein: Der Endbenutzer erwartet ein schnelles und hochwertiges Nutzererlebnis, unabhängig davon, ob ein Anwendungsdienst lokal oder in der Cloud gehostet wird. Dieser Servicelevel kann jedoch nur garantiert werden, wenn der mit dem Management der Umgebung betraute IT-Experte über ein umfassendes Verständnis der genutzten Technologie verfügt.

Auch wenn es vielleicht überraschend klingen mag, aber in hybriden IT-Umgebungen ist das nicht immer selbstverständlich. Cloud-Technologien haben eine zusätzliche Komplexität geschaffen, auf die viele IT-Fachleute nicht vorbereitet waren und oft nicht über die nötigen Qualifikationen für die Verwaltung einer hybriden IT-Umgebung verfügen. Dabei ist das Lernen am Arbeitsplatz weder ein besonders neues Konzept noch etwas, das uns Angst bereiten sollte – egal, ob es um IT-Experten mit langjähriger Erfahrung oder um Neulinge geht.

Daher ist es jetzt für Unternehmen und IT-Experten von entscheidender Bedeutung, der Entwicklung sinnvoller Fertigkeiten im Rahmen einer Arbeitskultur des lebenslangen Lernens höchste Priorität einzuräumen. Damit kann nicht nur das volle Potenzial der hybriden IT genutzt werden, sondern macht die disruptiven Technologien der Zukunft nicht ganz so disruptiv.

Erfolg im neuen Zeitalter der Arbeit

Die Cloud steht für den Beginn eines neuen Zeitalters der Arbeit und das wird nirgends so deutlich wie im Rechenzentrum. Es ist unwahrscheinlich, dass die Zahl der Systeme, die in die Cloud migriert werden, in absehbarer Zeit sinken wird. Unternehmen, die es versäumen, sich mit den damit einhergehenden Herausforderungen zu beschäftigen, werden mit großer Sicherheit ins Hintertreffen geraten.

Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds

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