Sonntag, 23. September 2018
Twitter Facebook Mister Wong Delicious stumbleupon digg Yahoo

Neueste Technologie für Administratoren

Systembetreuer im Windows-Umfeld brauchen Know-how über die neuesten Entwicklungen. Einsatzbeispiele und Tipps aus der Praxis führen zu mehr Effizienz im täglichen Betrieb. Wir bieten Skript-basierte Lösungen von Windows IT Pro exklusiv im deutschsprachigen Raum für unsere Abonnenten.

Flexible und zuverlässige Netzwerke: Ein realistischer Ansatz für aktuelle und zukünftige Szenarien

Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: Solarwinds)

Die Jahre ziehen vorbei und mir wurde bewusst, dass wir in unserer Branche sehr viel Zeit damit verbringen, nach vorne zu blicken – das ist eine gute Sache – und zu selten an die Gegenwart oder an die Vergangenheit denken, was insbesondere für Netzwerkadministratoren ziemlich schlecht sein kann. Erinnern Sie sich an die Zeit, als das Internet am Arbeitsplatz nicht mehr wegzudenken war? Wir waren auf diese plötzliche Kapazitätssteigerung nicht vorbereitet und hatten Mühe damit, bestehende Probleme zu beheben, um mit der hohen Netzwerkauslastung umgehen zu können. Genauso war es mit BYOD (Bring Your Own Device): Als viele Menschen begannen, Ressourcen über zahllose neue Geräte zu teilen, wurden Engpässe in unseren Netzwerken offensichtlich. Diese Probleme mussten gelöst werden, bevor BYOD wirklich seinen Siegeszug antreten konnte.

 

An dieser Stelle stehen wir auch jetzt wieder: Neue und einflussreiche Trends wie IPv6, das Internet der Dinge (IoT) und Software-Defined Networking (SDN) gewinnen zunehmend an Bedeutung. Um sicherzustellen, dass uns diese Entwicklungen nicht überrumpeln und unsere Netzwerke sowohl für die aktuellen als auch für die zukünftigen Herausforderungen gewappnet sind, müssen wir einen sinnvollen Plan für unser Netzwerk entwickeln – einen realistischen Zeitplan, der uns aufzeigt, worauf wir uns heute konzentrieren und worauf wir uns für die Zukunft vorbereiten sollten.

Ein realistischer Plan für unser Netzwerk

Die drängendsten Probleme von heute sind vor allem Sicherheit, Stabilisierung und IPv6. Interessanterweise umfassen all diese Bereiche auf einer höheren Ebene eine Bestandsaufnahme unseres Netzwerks. Im Bereich der Sicherheit ermöglicht Ihnen diese Bestandsaufnahme, Schwachstellen mit Handlungsbedarf zu erkennen und Sicherheitsprobleme zu vermeiden, die sich sonst in den nächsten Jahren verschlimmern würden. Mit einer umfassenden Bestandsaufnahme können Sie auch die Stabilität des Netzwerks erhöhen, ohne zusätzliches Geld, Zeit und Personal aufwenden zu müssen. Auch die unvermeidliche Umstellung auf IPv6 wird Ihrem Unternehmen leichter fallen, wenn Sie im Netzwerkbestand sofort sehen, welche Geräte IPv6-fähig sind und welche ein Upgrade erfordern. So können Sie negative Auswirkungen auf das Netzwerk und auf die Endbenutzer möglichst gering halten.

Im Laufe des nächsten Jahres wird ein Großteil der Unternehmen mit der Migration von Infrastruktur in die Cloud fortfahren, während gleichzeitig einige kritische Dienste weiterhin lokal verwaltet werden. Diese Realität wird als hybride IT bezeichnet. Sie schafft eine neue Sprache, die Sie verstehen sollten, bevor Sie mit der Migration beginnen. Zudem erkunden viele IT-Unternehmen Cloud-ähnliche Angebote, beispielsweise die schnelle Bereitstellung von virtuellen Maschinen, während immer mehr Endbenutzer ein mit Microsoft Azure oder Amazon Web Services vergleichbares Benutzererlebnis erwarten. So entstehen höhere Anforderungen an die IT, die nicht immer erfüllt werden können, da Zeit und Bandbreite nicht ausreichen, um „ja“ zu sagen. Wenn dies geschieht, wenden sich interne Abteilungen häufig an andere Nicht-IT-Experten innerhalb des Unternehmens, die gerne „ja“ sagen (Hallo Schatten-IT!) und infolgedessen neue Schwachstellen verursachen, die behoben werden müssen.

Wir müssen davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren Milliarden von neuen Geräten mit dem Netzwerk verbunden werden und uns ein ähnliches Szenario wie mit BYOD bevorsteht – nur in einem noch größeren Ausmaß. Uns steht noch viel Arbeit bevor, wenn wir unsere Netzwerke vorbereiten wollen, bevor das Internet der Dinge auf breite Akzeptanz stößt. So wie das Internet der Dinge wird auch SDN immer bedeutender, doch es ist noch nicht so akut wie IPv6, die hybride IT und ähnliche Trends und Themen. Auch wenn wir uns irgendwann darüber Gedanken machen müssen, wie wir unsere Infrastruktur auf die Übernahme virtualisierter Netzwerke vorbereiten, sollten wir uns heute auf einen realistischen Zeitplan konzentrieren, der uns sagt, auf welche Entwicklungen wir reagieren sollten.

Realistische Maßnahmen zur Vorbereitung des Netzwerks

Es gibt kein Allheilmittel, mit dem wir allen Netzwerkproblemen und Trends bei diesem Zeitplan begegnen können, doch es gibt einige übergeordnete Tools und Best Practices, die uns dabei unterstützen können:

  • Automatisierung: Die Automatisierung ist unser Freund. Netzwerke sind schon heute sehr komplex und werden, wie wir gesehen haben, noch komplexer werden. Tools, die verschiedene häufig wiederkehrende Abläufe bei der Netzwerkverwaltung automatisieren, können Ihre Arbeitslast enorm verringern und lassen mehr Zeit, um Aufgaben zu erledigen, die nicht automatisiert werden können, und um in die Zukunft zu blicken. Ein Beispiel ist die IP-Adressverwaltung. Viele IT-Organisationen nutzen noch immer sehr veraltete Methoden wie die manuelle Verwaltung mithilfe von Tabellen. Es ist undenkbar, über die Herausforderungen der Umstellung auf IPv6 auch nur nachzudenken, wenn man noch immer damit beschäftigt ist, jede einzelne IP-Adresse und alle entstehenden Adresskonflikte und anderen Probleme manuell zu verwalten.
  • Überwachung: Die Überwachung spielt während des gesamten Zeitplans eine zentrale Rolle, jedoch insbesondere bei der Stabilisierung und der hybriden IT. Eine konstante Überwachung des Netzwerks bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über Datenverkehr, Plugins, Drahtlos-Heatmaps und mehr, sodass die Stabilisierung auch bei steigender Komplexität möglich ist. Auch im Bereich der hybriden Cloud wissen Sie mit Überwachungstools genau, bei welchen Elementen der Infrastruktur eine Migration Sinn macht – sowohl bezüglich der Kosten als auch in Bezug auf den Workflow.
  • Konfigurationsverwaltung: Ein weiteres Tool, dessen Rolle bei der Stabilisierung oft unterschätzt wird, ist die Konfigurationsverwaltung. Wenn Sie über ein Tool verfügen, mit dem Sie Ihre Konfigurationen regelmäßig sichern, können Sie neue und ältere Sicherungen miteinander vergleichen, um Netzwerkänderungen zu identifizieren, unbefugte Änderungen zu erkennen und eine genauere Kenntnis Ihrer Umgebung zu erhalten. So optimieren Sie gleichzeitig das Netzwerk, behalten potenzielle Sicherheitsprobleme im Blick und halten Compliance-Standards ein.
  • Disziplin: Im Bereich der Sicherheit gibt es kein einzelnes Tool, das alle Ihre Probleme lösen wird – und es gibt eine ganze Menge davon. Üben Sie sich stattdessen in Disziplin, und zwar für alle Netzwerkfunktionen. Sichern Sie das Netzwerk, seien Sie gewissenhaft und stellen Sie sicher, dass Angreifer keine zusätzlichen Probleme verursachen können.
  • Testbetrieb: Die hybride Cloud kann neue Kosten verursachen, doch Sie werden sich früher oder später mit diesem Thema befassen müssen. Führen Sie außerdem wohlüberlegte Tests durch: Testen Sie möglichst früh und möglichst oft. Wenn Sie in die Cloud migrieren möchten, suchen Sie nach interessierten Personen, die Sie bei der Weiterentwicklung und den Tests begleiten. Finden Sie ergebnisorientierte Mitstreiter, denen die hybride IT am Herzen liegt.
  • Vertrauen: Betrachten Sie Endbenutzer als Kollegen, nicht als Kunden. Die Schatten-IT entsteht dadurch, dass interne Abteilungen sich durch die IT ausgeschlossen fühlen. Nehmen Sie Anfragen ernst, hören Sie genau zu, prüfen Sie, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie Anforderungen erfüllen können, und legen Sie transparent dar, warum dies (nicht) der Fall ist oder welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen. Seien Sie verfügbar, ehrlich und vor allem vertrauenerweckend, damit Endbenutzer sich an Sie wenden.
  • Zukunftsvisionen: Das Internet der Dinge und SDN liegen noch ferner in der Zukunft als andere Trends, sodass unsere Branche noch nicht über die richtigen Tools, Strategien und Prozesse verfügt, um möglichen Problemen vorzubeugen (aber keine Sorge, bald wird es sie geben). Doch wie immer sollten Sie sich schon im Voraus kundig machen, damit Sie für die Tests und Vorbereitungen gerüstet sind.

Auch wenn jetzt noch nicht genau gesagt werden kann, in welcher Weise IoT und SDN zukünftig unseren Alltag bestimmen werden, werden Sie über ausreichend Wissen verfügen, um die richtigen Maßnahmen einzuleiten.Wenn Sie diesen Herausforderungen schon heute begegnen, legen Sie den Grundstein für Ihren Erfolg in der Zukunft. Der Gedanke an die Zukunft kann besorgniserregend sein, doch mit Tools zur Automatisierung und Überwachung und den richtigen Best Practices verfügen Sie über eine gute Grundlage für ein flexibles Netzwerk. Bereiten Sie sich durch Tests vor, erweitern Sie Ihr Wissen und gehen Sie der Zukunft mit einer offenen Denkweise entgegen, die sich auch auf Ihr Unternehmen überträgt. So sind Sie in der Lage, Netzwerkproblemen realistisch zu begegnen – heute, morgen und übermorgen.

Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds

Anmelden
Anmelden