Freitag, 22. September 2017
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Erfolgreiche Datenbankverwaltung in der Cloud

Thomas LaRock, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: SolarWinds)

Der neueste SolarWinds IT Trends Report ergab, dass 82 Prozent der deutschen Unternehmen innerhalb der letzten 12 Monate geschäftskritische Anwendungen und Teile ihrer IT-Infrastruktur in die Cloud migriert haben -dabei waren Datenbank-Workloads unter den Top 3. Von allen Anwendungen und Infrastrukturkomponenten, die in die Cloud migriert werden, verdient die Datenbank besondere Aufmerksamkeit. Anwendungen sind ein zentraler Bestandteileines modernen Unternehmens und Datenbanken spielen für jede Anwendung eine wichtige Rolle.

Für die Umstellung auf die Cloud gibt es zwei Möglichkeiten: Zunächst wäre da der klassische Ansatz, Anwendungen unverändert in die Cloud zu übertragen. IT-Abteilungen nehmen ihre aktuellen Daten und verschieben sie in die Cloud, ohne nennenswerte Anpassungen vorzunehmen oder die Architektur zu überarbeiten. Die zweite Methode ist etwas aufwendiger: Ein DBA entwickelt eine von Grund auf neue und angepasste Infrastruktur, die den Anforderungen der in der Cloud gehosteten Datenbank am besten entspricht.

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Die erste Methode erscheint auf den ersten Blick sehr einfach, doch es müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden, um sicherzugehen, dass die Anwendungsleistung durch den Umstieg nicht gefährdet wird. Gleichzeitig gehen DBAs ohne angemessene Vorüberlegungen und Planungen das Risiko ein, Server nicht richtig zu dimensionieren oder unerwartete Leistungseinbußen zu verzeichnen, weil die Datenbank nicht mehr lokal gehostet wird. Tatsächlich geben 30 Prozent der IT-Experten an, dass sie aus diesem Grund bereits Anwendungen wieder lokal zurückgeholt haben.

Das soll nicht bedeuten, dass der Neubeginn mit einer eigens entwickelten Infrastruktur ein Kinderspiel wäre. DBAs müssen auch in diesem Fall ermitteln, wie sie ihre bestehenden Daten am besten migrieren können, und das Risiko von Datenverlusten einkalkulieren. Außerdem wurde die Cloud-Architektur eines Unternehmens häufig außerhalb des Einflussbereichs der DBAs gestaltet, was nicht wirklich ideal ist. DBAs sollten schon früh eine aktive Rolle in diesem Prozess anstreben.

Wenn es dafür bereits zu spät ist, sollten sie versuchen, den Grund für bestimmte Entscheidungen nachzuvollziehen und zur treibenden Kraft für Änderungen zu werden. Dies trägt dazu bei, sicherzustellen, dass RPO (Recovery Point Objective, maximaler Datenverlust) und RTO (Recovery Time Objective, Wiederanlaufdauer) angemessen sind und die Unternehmensdaten geschützt bleiben. Beispielsweise sollte gewährleistet sein, dass geografische Replikationen vorhanden sind und Anwendungen auch bei einem Ausfall online bleiben.

Auch das Verhältnis zum Cloud-Dienstanbieter und ein grundlegendes Verständnis der Service-Level-Agreements (SLA) des Unternehmens sind wichtig, damit DBAs in Zeiten der hybriden IT erfolgreich sein können. Einige Cloud-Dienstanbieter akzeptieren beispielsweise den Versand von Festplatten, wiederum andere bieten zweckbestimmte Highspeed-Verbindungen an oder sogar eine Beratung zur Architektur, um bei der Datenbankmigration behilflich zu sein.

Herausforderungen der Cloud

Nachdem eine IT-Abteilung eine Datenbank erfolgreich in die Cloud migriert hat, gibt es weitere Herausforderungen bei der Verwaltung und Optimierung. Besonders schwer fällt es DBAs, sich darauf einzustellen, dass sie nun nur eingeschränkten Zugriff – und somit Kontrolle und Steuerungsmöglichkeiten – auf die Server haben, auf denen die Datenbank gehostet wird, sobald sie sich nicht mehr vor Ort befindet. Dieser Kompromiss hat jedoch auch seine positive Seite: Der fehlende lokale Zugriff befreit auch (ein wenig) von der täglichen Verwaltung der Datenbanken. Die endgültige Verantwortung für Leistung und ROI liegt jedoch immer noch beim Datenbankadministrator.

Daher müssen DBAs die verschiedenen Dienste von Cloud-Anbietern kennen und verstehen: Auch wenn die angebotenen Dienste hilfreich für den Verwaltungsprozess und die Optimierung der Anwendungsleistung sein können, stehen mittlerweile so viele unterschiedliche Dienste zur Verfügung, dass Unternehmen möglicherweise für Dienste zahlen, die sie überhaupt nicht benötigen. So ist es für jede Anwendung und jede Workload in der Cloud wichtig, dass DBAs die Anbieter für die in der SLA angegebenen Leistungsmessdaten zur Rechenschaft ziehen. Cloud Computing bedeutet zwar, dass eine Workload von jemand anderem verwaltet wird, aber dennoch sind letztendlich die DBAs für den Erfolg von in der Cloud gehosteten Workloads verantwortlich. Von daher ist es enorm wichtig, sich regelmäßig über neue Dienste und Funktionen zu informieren, empfohlene Architekturen zu überprüfen und geplante Wartungsarbeiten im Blick zu behalten, die die Anwendungsleistung beeinträchtigen könnten.

Best Practices für die Datenbankverwaltung in der Cloud

Die strategische Migration einer Datenbank in die Cloud kann nicht nur der IT große Vorteile verschaffen, sondern auch den Umsatz des Unternehmens steigern. Folgende Best Practices können DBAs dabei helfen, eine erfolgreiche, optimierte Datenbank in der Cloud zu schaffen:

  • Die Strategie ist entscheidend: Jedes Unternehmen muss herausfinden, welche Methode die Datenbankleistung am wenigsten beeinträchtigt, und die eigenen Anforderungen analysieren. Eine umfassende Überwachungslösung zu nutzen, die Baselines für Leistungsmessdaten für alle Anwendungen und Workloads erstellt, kann bei dieser Entscheidung hilfreich sein. Auch ein Zeitplan, um die Kosten von Workloads zu senken und Schwierigkeiten zu vermeiden ist empfehlenswert. Dazu sollte man die SLAs und Möglichkeiten des Dienstanbieters genau kennen und die von ihm empfohlene Architektur und die Wartungspläne eingehend prüfen.
  • „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ Eine hybride IT-Überwachung, die über das hinausgeht, was üblicherweise von Cloud-Dienstanbietern angeboten wird, bietet ausreichend Daten und Transparenz, um nachzuvollziehen, wie Workloads in der Cloud funktionieren und wie ihre Leistung begründet ist.
  • Ein zentrales Leistungs-Dashboard: DBAs benötigen heute umfassende Verwaltungs- und Überwachungsprogramme mit der Möglichkeit, einen Drilldown über verschiedene Datenbanktechnologien und Bereitstellungsmethoden einschließlich der Cloud hinweg durchzuführen. So wird sichergestellt, dass Organisationen ein Datenbankleistungsproblem mit der falschen Lösung angehen. Ein umfassenderer Datensatz und größere Transparenz ermöglichen es Cloud-DBAs, potenzielle Leistungsprobleme schneller anzugehen und sie korrekt zu diagnostizieren und zu beheben.
  • Auf Software- und Dienstaktualisierungen achten: DBAs sollten sich bei Aktualisierungen kontinuierlich die Frage stellen: „Ist das etwas, das uns einen Nutzen bringt? Wenn ja: Ist es die richtige Wahl oder gibt es auch noch andere Optionen?“ Das kann bedeuten, dass es Zeit für eine Veränderung ist, aber auch, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.
  • Eine proaktive Herangehensweise: Statt nur reaktiv Brandherde zu bekämpfen, müssen DBAs zu strategischen Positionen übergehen, um die Datenbank proaktiv zu verbessern.

Jede Migration in die Cloud erfordert einen Wandel der Überwachungs- und Verwaltungsstrategie und die Beachtung einiger zentraler Punkte vor der Migration. Vor allem Datenbanken in der Cloud stellen DBAs vor diverse Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Mit den oben genannten Best Practices werden DBAs auch in der Cloud erfolgreich sein.

Thomas LaRock, Head Geek bei SolarWinds

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