Sonntag, 30. April 2017
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Die 3 größten Mythen der hybriden IT im Blickpunkt

Kong Yang, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: Solarwinds)

Wir befinden uns mitten in einem Wandel der Technologielandschaft, der so nur einmal in einem Jahrzehnt stattfindet. Laut einer Umfrage unter IT-Experten in Deutschland haben fast alle Unternehmen bereits mindestens einen Teil ihrer Infrastruktur in die Cloud migriert. 80 Prozent gaben an, dass der Einsatz von Cloud-Technologien für den langfristigen Geschäftserfolg ihres Unternehmens wichtig ist, und 20 Prozent empfinden ihn sogar als extrem wichtig.

Die Cloud wächst derzeit rasant: 29 Prozent der IT-Experten gehen davon aus, dass mindestens die Hälfte der gesamten IT-Infrastruktur ihres Unternehmens innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre in die Cloud migriert wird. Dennoch haben die meisten Unternehmen und IT-Experten erkannt, dass sich die Cloud zwar für alle, jedoch nicht für alles eignet.

 

Sollen die Unternehmen ihre Workloads komplett im eigenen Rechenzentrum abwickeln? Ist dieser „klassische" On-premise-Ansatz wirklich die einzig sinnvolle Möglichkeit? Was ist mit den immer attraktiver werdenden Cloud-Diensten? Sollten die Systembetreuer eher auf eine komplette „Auslagerung" der Dienste und Ressourcen setzen? Oder sollte besser ein Mittelweg gefunden werden, je nach Unternehmen, benötigten Workloads und entsprechenden Datenschutzbestimmungen? Der Kompromiss heißt hybride IT: Einige IT-Services werden dabei zwar in die Cloud migriert, doch gleichzeitig werden Teile, besonders der kritischen Services, vor Ort behalten. Diese Strategie bietet Unternehmen die Vorteile beider Ansätze und wird als Zukunft der IT betrachtet. Dennoch bestehen auch heute noch viele falsche Vorstellungen und Vorbehalte bezüglich dieses Ansatzes. An dieser Stelle sollen einige der häufigsten Mythen über die hybride IT aufgedeckt werden.

Mythos 1: Die Cloud liefert nicht die gleiche hohe Leistung und Verfügbarkeit wie On-Premise-Infrastrukturen.


In dieser Annahme liegt sicherlich ein Funken Wahrheit, doch auch dieser Irrglaube kann widerlegt werden. Als Cloud Computing vor einigen Jahren noch in den Anfängen steckte, galten eine konsistente Leistung und zuverlässige Verfügbarkeit als berechtigte Akzeptanzbarrieren. Doch mit dem natürlichen Reifen technologischer Erneuerungen und der Einführung kritischer Tools für die Überwachung, Verwaltung und Abstimmung der Leistung in der Cloud können sich Unternehmen nun darauf verlassen, dass die Cloud den Leistungs- und Verfügbarkeitsanforderungen selbst anspruchsvollster Anwendungen gerecht wird.

Nehmen wir Cloud-Storage als Beispiel: Vor ein paar Jahren noch war die Leistung gemeinsam genutzter Speichersysteme in der Cloud unvorhersehbar, was teilweise zu bedeutenden Verzögerungen führte. Die Architektur moderner Cloud-Speichersysteme, die häufig auf SSDs, speicheroptimierten Instanzen und Optionen für garantierte Leistung basiert, bietet jedoch bis zu 48.000 IOPS (Input/Output operations Per Second). Das ist mehr als genug, um die Verarbeitungsanforderungen der meisten Unternehmen und Organisationen zu erfüllen.

Und auch wenn es stimmt, dass noch vor ein paar Jahren Ausfälle und Störungen in der Cloud an der Tagesordnung waren, kann dank der SLAs heutiger Cloud-Provider, dem unkomplizierten Einrichten von Replica-Servern und Standby-Systemen sowie der Langfristigkeit, mit der Daten in der Cloud gespeichert werden können, eine höhere Leistung erzielt werden, als es mit einem durchschnittlichen On-Premise-System möglich ist. Trotz allem sind es letztlich immer noch die IT-Experten, die für Leistung und Verfügbarkeit verantwortlich sind. In diesem Sinn ist es von entscheidender Bedeutung, dass Ressourcenkonflikte und -engpässe überwacht sowie Workloads strategisch provisioniert werden, indem umfassende Tools zur Leistungsverwaltung eingesetzt werden, die für Transparenz und Verfügbarkeit im gesamten Anwendungsstack sorgen.

Mythos 2: Die Migration in eine hybride Umgebung ist zu teuer.


In einigen Aspekten kann die Cloud tatsächlich als unerschwinglich erscheinen, in den meisten Fällen ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. Die durch eine hybride IT-Umgebung erzielte Flexibilität bietet IT-Unternehmen die Fähigkeit, die Ressourcen-, Sicherheits- und Leistungsanforderungen eines jeden Workloads zu bestimmen, um zu entscheiden, ob eine Bereitstellung in der Cloud oder am Standort geeigneter ist. Darüber hinaus sorgt die öffentliche Cloud für Kosteneffizienz aufgrund von Skalierung, da Unternehmen Cloud-Services bzw. eine Cloud-Infrastruktur bedarfsbasiert erwerben können, ohne Kapital für physische Hardware aufwenden zu müssen, die möglicherweise mehr Kapazität bietet, als vom Unternehmen benötigt wird.

Wenn Kosten ein wichtiger Faktor für ein Unternehmen sind, sollten nicht nur die Preisstrukturen in den SLAs eines Cloud-Providers eingehend geprüft, sondern auch Überwachungs- und Verwaltungstools genutzt werden, um die Workload-Zuordnung und Verwendungsmetriken für bestehende On-Premise-Hardware nachzuverfolgen. Die Infrastrukturausgaben einer IT-Abteilung steigen infolge von ungenauer Kapazitätsplanung, übermäßiger Provisionierung, Zombie-Ressourcen und Ressourcenfresser um bis zu 50 %. Darüber hinaus wird durch eine strategische Platzierung der Daten in der Cloud, eine Zusammenarbeit mit Cloud-Service-Providern und die Beibehaltung einiger Daten am Standort eine kosteneffektive, effiziente IT-Strategie erzielt, die besser auf die jeweiligen Geschäftsanforderungen ausgerichtet ist.

Mythos 3: Die Cloud verhindert Governance und gefährdet die Sicherheit

Dieser Irrglaube lässt sich auf die frühen Tage des Cloud Computing zurückführen, als Angebote noch wenig anpassbar und IT-Abteilungen nur minimale Kontrolle über Verwaltungsaspekte und Transparenz hatten. Auch wenn das Migrieren von Anwendungen und Workloads in die Cloud ein gewisses Maß an Kontrolle erfordert, insbesondere in Bezug auf tagtägliche Wartungsabläufe, verfügen Unternehmen heute über flexiblere Optionen zum Erstellen individueller Lösungen, da Cloud Provider eine zunehmend verbrauchsorientierte Verwendung von Cloud-Services anbieten.

Das soll jedoch nicht heißen, dass IT-Experten auf eine sorgfältige Risikoprüfung (Due Diligence) verzichten können, wenn sie bestimmte Aufgaben oder Daten an einen Cloud Provider übergeben. Nur dank einer sorgfältigen Risikoprüfung können unerwartete Gebühren vermieden und wichtige Informationen über den ausgewählten Provider zusammengetragen werden, wie z. B. neue Services und Funktionen, SLAs, Analysieren der empfohlenen Architektur sowie geplante Wartungsvorgänge, die sich auf den Betrieb auswirken können. Sobald dieser Aspekt sichergestellt ist, können Unternehmen damit beginnen, von den Vorteilen einer öffentlichen Cloud-Lösung zu profitieren, wie z. B. Benutzerfreundlichkeit, eine breite Palette technisch geprüfter, hochwertiger Services und Kosteneffizienz.

Wenn es um Daten-Governance geht, lassen Bedenken in Bezug auf Sicherheit und Compliance nicht lange auf sich warten. Es stimmt zwar, dass Sicherheit und Compliance bei allen Überlegungen grundsätzlich Priorität haben sollten (Daten können niemals zu sicher sein), aber es muss auch erkannt werden, dass die Infrastruktur und der Speicherort der Daten weniger relevant als deren Zugänglichkeit sind. Schließlich unterliegt alles, was extern zugänglich ist, ob es Server im Serverraum oder Daten in der Cloud sind, einem gewissen Angriffsrisiko. Nicht nur die Zahlen belegen eine niedrige Rate von Sicherheitsverstößen in der Cloud, auch die Schlagzeilen sprechen dafür: Es hat bisher nur sehr wenige Sicherheitsverstöße in der öffentlichen Cloud gegeben, wohingegen Angriffe auf On-Premise-Daten stetig wachsen. Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass viele der großen Provider bereits Compliance-Programme für einige der strengsten Richtlinien implementiert haben, wie z. B. HIPAA, PCI DSS, FEDRAMP, SOX usw.

Um sicherzustellen, dass die Daten in der Cloud angemessen geschützt sind, müssen IT-Unternehmen ihre Bedenken bezüglich Sicherheitsrisiken, die zu befolgenden Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens und der Compliance-Zertifizierungen deutlich formulieren, und zwar auf Workload-Basis. Im Anschluss daran können sie mit ihrem Cloud-Provider gemeinsam einen Plan erstellen, der alle Workload-Anforderungen erfüllt und Daten gleichermaßen gut oder noch besser schützt, als würden sie im Rechenzentrum aufbewahrt. 

Fazit

IT-Experten müssen sich genau überlegen, welche Systeme, Datenbanken und Anwendungen am besten für die Aufbewahrung vor Ort geeignet sind, und welche das Rechenzentrum verlassen können, um die Vorteile der hybriden IT zu nutzen. Angesichts der fortgeschrittenen Reife des heutigen Cloud-Marktplatzes und der Tools zur Verwaltung und Überwachung von Systemen und Anwendungen, sollte die Fähigkeit der Cloud, die Anforderungen in Bezug auf Leistung, Kosten, Governance und Sicherheit zu erfüllen, nicht aufgrund überholter Annahmen unterschätzt werden.

Kong Yang, Head Geek bei SolarWinds


 

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