Sonntag, 30. April 2017
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Neueste Technologie für Administratoren

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Der Aufstieg des Experten für Netzwerküberwachung

Patrick Hubbard, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: Solarwinds)

Die Netzwerktechniker von heute müssen mit einem wesentlich komplexeren Arbeitsumfeld agieren. Das liegt zum Teil an der steigenden Nachfrage, aber auch an der oft unkontrollierbaren Vielfalt unterschiedlicher Protokolle und der hohen Zahl mehrstufiger Anwendungen. Dazu kommt der verbesserte automatisierte Failover: Außer in Großunternehmen ist es für Netzwerkadministratoren unmöglich geworden, sich auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren. Die Zeiten, in denen man sich nur um Router kümmern musste, sind vorbei. Die Netzwerkadministratoren von heute ächzen unter den alltäglichen Aufgaben von Änderungsverwaltung, Hardwareaktualisierungen und strategischen Änderungen zur Unterstützung neuer Geschäftsinitiativen sowie der Fehlerbehebung, die auf Abruf von ihnen verlangt wird.

 

Zusätzlich hält die Automatisierung IT-Manager dazu an, ihre Teams zu optimieren. Dies bedeutet, dass paradoxerweise immer weniger Mitarbeiter zur Bewältigung neuer Aufgaben zur Verfügung stehen, während gleichzeitig die Komplexität der Netzwerke steigt. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass die Zukunft der Netzwerkverwaltung düster aussieht. Netzwerktechniker haben zahlreiche Möglichkeiten, um ihre Fertigkeiten so zu erweitern, dass sie für ihre Unternehmen relevant bleiben – besonders in einer Zeit, in der die hybride IT im Mittelpunkt steht. Dem letzten SolarWinds IT Trends Report zufolge haben nur 14 Prozent der deutschen Unternehmen noch keinerlei Infrastruktur in die Cloud migriert. Nahezu alle IT-Experten gaben an, dass der Einsatz von Cloud-Technologien für den langfristigen Geschäftserfolg ihres Unternehmens wichtig ist.

Netzwerke in einer hybriden Umgebung

In solch komplexen Umgebungen müssen Netzwerkadministratoren in der Lage sein, die Leistungs-, Datenverkehrs- und Konfigurationsdetails von Geräten zu überblicken, die sich sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer herkömmlichen Netzwerke befinden. Die hybride IT bringt jedoch mit sich, dass Netzwerkadministratoren deutlich weniger Transparenz oder schlicht keinerlei Kontrolle über die Ressourcen in der Cloud haben, die sie verwalten und überwachen müssen. Da die Endbenutzer von der IT erwarten, dass Dienste jederzeit funktionieren, egal ob sie sich lokal oder in der Cloud befinden, kann es sehr frustrierend sein nicht über alle Vorgänge informiert zu sein. Diese Situation wird dadurch verschärft, dass einige Cloud-Anbieter proprietäre Überwachungs- und Verwaltungstools anbieten, die jedoch nicht herstellerunabhängig sind. Dadurch entsteht letztendlich zusätzliche Arbeit für Administratoren, die zwischen mehreren Dashboards wechseln müssen und über keine ganzheitliche Übersicht verfügen, die es ihnen ermöglichen würde, Probleme schnell zu beheben.

Häufig geben solche Tools auch Warnungen aus, ohne dass Rückschlüsse gezogen werden können, wo die Ursache für ein Problem liegt. Wenn beispielsweise eine Anwendung im Rechenzentrum ausgeführt wird, haben Netzwerkadministratoren Einblick in jede Netzwerkschicht, die erforderlich ist, um den Hypervisor zu hosten. Wenn diese Anwendung jedoch in die Cloud verschoben wird, verlieren Netzwerkadministratoren die administrative Autorität, die sie für ein effizientes Monitoring benötigen. Sie brauchen also eine neue Methode der Überwachung, um weiterhin so detailgenaue Informationen zu erhalten wie bei lokalen Infrastrukturen.

Bei der Bereitstellung von Diensten müssen Administratoren zudem entlang des Pfads noch immer die Schnittstellenleistung überwachen und Probleme identifizieren. Mittlerweile sind Technologien verfügbar, die die physische Verbindung zwischen den Dienstkomponenten und den Endbenutzern offenlegen, welche andernfalls von einer mangelnden Leistung beeinträchtigt werden. Auch wenn es kurzfristig kostengünstig sein kann, separate anbietereigene Tools zu verwenden, bringt es eigene Probleme mit sich, eine große Anzahl unterschiedlicher Lösungen einzusetzen: Diese Vorgehensweise erschwert eine kohärente, integrierte Warn- und Benachrichtigungsstrategie, dank der Administratoren den Überblick über die Leistung behalten. Langfristig kostet das Zeit und Geld.

Der Aufstieg des spezialisierten Experten für Netzwerküberwachung

Die hybride IT lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit eines neuen Konzepts für die Grundlagen der Überwachung und Verwaltung. An dieser Stelle kommt die Überwachung als eigene Disziplin ins Spiel, die sich von der herkömmlichen Überwachung dadurch unterscheidet, dass es sich um die feste Rolle von einer oder mehreren Personen im Unternehmen handelt. Ein spezialisierter Experte für Netzwerküberwachung kann system- und umgebungsübergreifend arbeiten, die Grenzen zwischen Netzwerken und Rechenzentren überwinden und die von Überwachungstools generierten Datenpunkte in entscheidungsrelevante Informationen für das Unternehmen verwandeln.

Einen Netzwerk Monitoring Experten oder idealerweise ein ganzes Team an Monitoring Experten einzustellen sollte als wichtige Investition in die eigenen Dienste und den Geschäftserfolg gelten. Es ist eine Sache, zu sagen, dass Unternehmen einen gewissen Personalbestand brauchen, um geschäftstüchtig zu bleiben und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch das sieht ganz anders aus, wenn es um die IT geht, die großteils als Kostenfaktor betrachtet wird – und deren Abteilungen fast jedes Jahr das Budget überschreiten. Allmählich beginnen jedoch einige weitsichtige Unternehmen, die Überwachung als kostengünstige Möglichkeit zum Erzielen eines höheren IT-ROI (Return on Investment) zu betrachten. Fortschrittliche Unternehmen erwerben nicht spontan neue Tools zum Überwachen ihrer Technologie, sondern haben einen Weg gefunden, um ihre Überwachungsmethoden unter Zuhilfenahme von Personal und Ressourcen effizient und strukturiert zu gestalten. Idealerweise geht es dabei um ein Team aus Überwachungstechnikern, die jeweils über eine eigene Spezialisierung verfügen – wie beispielsweise die Netzwerk- oder Systemüberwachung – und gemeinschaftlich zusammenarbeiten, um eine zentrale Übersicht über die gesamte Infrastrukturleistung zu erhalten.

So erstellen Sie einen Business Case für einen Netzwerk Monitoring Experten

Angesichts der wachsenden Komplexität der IT ist es wichtig, dass das IT-Management allmählich Prinzipien des sogenannten „Monitoring-as-a-Discipline“ innerhalb des Unternehmens umsetzt. IT-Experten fehlt es schon jetzt an Zeit und Ressourcen. Das Management muss sich einschalten und interne Überzeugungsarbeit leisten, Beispiele und Best Practices anbieten und das Budget für neue Tools und Technologien bereitstellen, um alle Vorteile von Monitoring-as-a-Discipline zu nutzen. Dabei muss das Management wirtschaftlich überzeugend begründen, weshalb der oder die Netzwerktechniker nicht nur einen ROI für die IT-Abteilung, sondern für das gesamte Unternehmen erzielen werden.

Zentrale Kompetenzen eines Überwachungstechnikers

Experten für Netzwerküberwachung müssen nicht nur die grundlegenden Fertigkeiten eines Netzwerktechnikers, sondern auch einige zusätzliche Kompetenzen besitzen, um ihre Aufgabe erfolgreich zu erfüllen. Dazu gehören:

  • Der Blick eines Programmierers für Anpassungen und die Bereitschaft zu Verbesserungen – Wir kaufen häufig maßgeschneiderte Technologie, um sie dann sofort zu nutzen. Doch ein erfolgreicher Überwachungstechniker wird ständig überprüfen, wie er sie verbessern kann.
  • Der Blick eines Analysten für Daten – Ein Experte für Netzwerk Monitoring sollte nicht bloß über endlosen Zahlenreihen in Tabellen grübeln, sondern auch einen Schritt zurücktreten können, das Gesamtbild betrachten und sich fragen, wofür die eigenen „Kunden“ die Überwachungsberichte nutzen werden und wie sie visualisiert werden sollten. Dabei dürfen sie nicht vergessen: Weniger ist mehr.
  • Fähigkeiten ausbauen, Erfahrungen sammeln und Neues lernen – Die beste Möglichkeit, um die eigenen Fertigkeiten zu erproben und auszubauen, besteht darin, durch praktisches Handeln zu lernen und mehr als nur ein paar Mittagspausen und Abende damit zu verbringen, neue Technologien und Prozesse in einer Testumgebung auszuprobieren.

Unsere Netzwerke werden immer komplexer, je stärker sie mit allen Elementen der IT-Umgebung bis hin zur Cloud verbunden sind. Das IT-Management sollte diese Gelegenheit ergreifen, um so viel Nutzen wie möglich aus bestehenden Technologien zu ziehen. Zu diesem Zweck sollte es einen Überwachungstechniker – oder ein Überwachungsteam – einstellen, in dem sich mindestens ein Mitarbeiter auf das Netzwerk spezialisiert und das mit den bestehenden Teams zusammenarbeitet, um die Leistung der gesamten IT-Infrastruktur ganzheitlich zu überwachen.  Ein solches Expertenteam sorgt dafür, dass vorhandene Systeme optimiert werden, die zugesagte Rendite realisiert wird und das Unternehmen reproduzierbare Fortschritte erzielt – ob lokal oder in der Cloud.

Patrick Hubbard, Head Geek bei SolarWinds

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