Freitag, 17. November 2017
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Datenbanküberwachung: Kaufen oder selber bauen?

Gerardo Dada, VP Product Marketing and Strategy bei SolarWinds (Quelle: SolarWinds)

Im Leben trifft man häufiger auf Situationen, in denen man sich fragt, ob man etwas lieber kaufen oder selber bauen sollte – zum Beispiel ein neues Haus, ein Unternehmen oder eine Softwareanwendung. Egal worum es geht, es kann hilfreich sein, einige Fragen im Voraus zu beantworten und sich so den Weg zur richtigen Lösung weisen zu lassen.

Als Software-Geek bevorzuge ich selbst keine der beiden Varianten. Stattdessen möchte ich betonen, dass es für beide sehr sinnvolle Anwendungsfälle gib. Der nachfolgende Leitfaden soll helfen, die individuell geeignete Lösung ermitteln zu können.

Die vier wichtigsten Fragen

  • Was sind die Anforderungen? Welche „Must-haves“ sind unverzichtbar und was ist eher ein „nice to have“, ein nützliches Extra?
  • Gibt es eine kommerzielle Lösung, die zumindest die Mindestanforderungen erfüllt?
  • Bietet eine Eigenentwicklung spezifische, greifbare Vorteile gegenüber den Lösungen, die käuflich erhältlich sind?
  • Wie hoch sind die Gesamtbetriebskosten für die jeweilige Option (Kauf bzw. Eigenentwicklung)?

Anforderungen

Der erste Schritt besteht darin, die Ansichten aller Beteiligten einzuholen, die Überwachungsdaten nutzen oder auf Warnungen reagieren werden. Dies umfasst mindestens Datenbankadministratoren, Entwickler und Anwendungsbesitzer, aber möglicherweise auch andere Beteiligte wie System-, Speicher- oder Virtualisierungsadministratoren.

Das Ziel ist es, genau herauszufinden, welche Daten jede Person benötigt, wie sie diese verarbeiten wird und auf welche Weise die Überwachungsdaten sie dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Beim Definieren dieser Anforderungen sollte man so gründlich und detailliert wie möglich vorgehen. Man sollte realistisch sein, was die „Must-haves“ betrifft, und versuchen, nicht jede Kleinigkeit dazu zunehmen. Auch Best Practices sollte man nicht außer Acht lassen.

Sobald alle Anforderungen definiert wurden, kann man loslegen. Mit einer schnellen Google-Suche finden sich sicherlich zahlreiche Optionen, die in Betracht kommen.

Darauf sollte man besonders achten:

  • Funktionen, die den Anforderungen entsprechen
  • Kundenstimmen und Erfahrungsberichte
  • Zufriedenheit mit dem Produkt und dem Support
  • Spezielle Stärken und Schwächen der Überwachungslösung

Zusätzlich zu den genannten Recherchen ist auch eine Evaluation ratsam. Selbst wenn alles Genannte zutrifft, kann es einen bei der Entscheidung deutlich weiterbringen, die infrage kommenden Lösungen selbst zu testen. In dieser Phase wird das Produkt vermutlich direkt in der Umgebung bereitgestellt und bietet die Möglichkeit, beim Beobachten des Produkts in realistischen, praktischen Anwendungsfällen zusätzliche Informationen zu erhalten, die einem während der Recherche entgangen sind. Man kann sich Zeit und Mühen sparen, indem man sich bei der Evaluation auf zwei bis vier Kandidaten beschränkt.

Wettbewerbsvorteil

Es ist schwierig, eindeutig zu ermitteln, ob es einem einen Wettbewerbsvorteil bringt, Überwachungssoftware selbst zu entwickeln. Datenbanküberwachungstools für die führenden RDBMS-Hersteller sind in der Regel ziemlich ausgereift. Lediglich für Datenbankverwaltungssysteme, die noch nicht sehr weit verbreitet sind, sind voraussichtlich keine kommerziellen Standardanwendungen (COTS-Lösungen) für die Überwachung verfügbar. Wenn man dennoch keine Lösung findet, die die Mindestanforderungen erfüllen, sollte man vielleicht eine Eigenentwicklung in Betracht ziehen. Tatsächlich sind nicht wenige erfolgreiche Startups erst aufgrund von Anforderungen entstanden, die nicht von Standardanwendungen erfüllt wurden.

Gesamtbetriebskosten

Der Erwerb unbefristeter COTS-Lizenzen ist meiner Erfahrung nach ziemlich unkompliziert. Zu berücksichtigende Kosten sind der Listenpreis, der anfängliche Kaufpreis oder ausgehandelte Preis (üblicherweise ein Prozentsatz des Listenpreises) sowie die Wartungskosten (üblicherweise ca. 20 % des Listenpreises im Jahr).

Die Kosten für die Entwicklung einer eigenen Lösung sind weniger eindeutig, aber dennoch schätzbar. Sie umfassen die Kosten für die Produktentwicklung, die potenzielle Integration anderer Technologien, Sicherheit, Verwaltung, Opportunitätskosten (im Zusammenhang mit nicht erfolgender Überwachung) während der Entwicklung sowie die Wartung des Produkts, wenn neue Versionen oder Treiber für die Ziel-RDBMS veröffentlicht wurden. Angesichts der Natur der Softwareentwicklung sollte ein Sicherheitszuschlag von mindestens 20 % für Nachbearbeitungen, Bugfixes, Planänderungen usw. eingeplant werden. Falls bei der Entwicklung alles wie am Schnürchen läuft, sind das schließlich Kosteneinsparungen, die direkt Ihren Gewinn steigern können!

Für morgen planen

Die Entscheidung, Software zu kaufen oder selbst zu entwickeln, ist von grundlegender Bedeutung. Mit diesem Leitfaden sollte helfen, die für die eigene Datenbankumgebung geeignete Entscheidung zu treffen. Egal, wie die Entscheidung ausfällt – am wichtigsten ist, dass man die Notwendigkeit erkennt, seine Datenbank genau zu verstehen und nicht nur für die Geschäftsanforderungen von heute zu optimieren, sondern auch für die von morgen.  

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