Sonntag, 23. September 2018
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Neueste Technologie für Administratoren

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Das Wettrüsten der KI: Prioritäten setzen

Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: SolarWinds)

Die vermutlich wichtigste Aufgabe für IT-Manager ist ihrer Meinung nach die Fähigkeit der Vorstandsebene den Wert dieser neuen Technologien so zu erklären, dass sie die Chancen und Möglichkeiten auf den Unternehmensgewinn deutlich erkennt. Auch im Jahr 2018 ist KI immer noch ein Differenzierungsmerkmal in der IT-Branche. Technologiegiganten sind Vorreiter im Bereich Cloud-Service-Provider wie beispielsweise Amazon Web Services und Microsoft Azure und befinden sich in einem Wettstreit um die Frage, wer die bevorzugte Cloud Computing Lösung für Entwickler wird. Der Schlüssel hierzu? Beide investieren stark, um eine reibungslose KI-Adaption zu gewährleisten, indem sie sie (und die dazugehörigen Subsysteme) als integrierten Dienst auf ihrer Plattform anbieten. Und die Konkurrenz schläft nicht, denn Google „scharrt schon mit den Hufen“.

Auch der Rest der IT-Welt holt immer weiter auf. Tatsächlich zeigt eine aktuelle Umfrage von SolarWinds, dass fast die Hälfte aller IT-Manager in Deutschland, die in kleinen, mittleren und großen Unternehmen arbeiten, KI derzeit als ihre größte Priorität bewerten. Das wird nicht von jetzt auf gleich geschehen (um realistisch zu bleiben: Die Vor-Ort-Initiativen in den meisten Unternehmen umfassen momentan laufende Cloud-Migrationen, die Containerisierung wesentlicher Systeme und die Miniaturisierung wesentlicher Bewegungen durch Functions-as-a-Service) aber vielleicht doch früher als man derzeit glaubt (oder zugeben möchte).

KI wird keine Waffe mehr sein, die von Vorreitern im Kampf gegen ihre Konkurrenz eingesetzt wird, sondern sie wird für viele Unternehmen überlebensnotwendig sein, um im Geschäft zu bestehen.

Die Vorteile der analytischen und prognostischen Fähigkeiten, die durch maschinelles Lernen (ML) und KI ermöglicht werden, sind weitreichend und automatisieren viele manuelle, arbeitsintensive Aufgaben, die oft wenig menschlichen Einsatz erfordern. Da Unternehmen die Nutzung von Geschäftsdaten auf neue Art und Weise vorantreiben, ist es die Aufgabe von IT-Experten, diese Daten verantwortungsvoll zu implementieren und zu verwalten. Was sind also die Hauptprioritäten für IT-Experten in Bezug auf KI?

1. Konzeptualisierung im Code

  • Der Aufruf, programmieren zu lernen, der in den letzten Jahren durch die gesamte Technologie-Community und auch die Lehrpläne ging, wird nicht verhallen, sondern immer lauter werden. Dabei geht es sowohl um das Verständnis, wie Programmiersprachen funktionieren und um die Art und Weise, wie verschiedene Eingaben unterschiedliche Ergebnisse erzeugen, als auch um das Erlernen des Programmierens selbst.
  • Sogar die Entwicklung von theoretischem Wissens darüber wird für das Verständnis der Rolle von KI in einem Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob KI als Teil der internen Abläufe eingesetzt wird, um die Lieferung oder Qualität eines Produkts zu vereinheitlichen, oder ob sie als Produkt selbst angeboten wird.
  • Praktische Schulungen durch Herstellerinitiativen oder die Untersuchung der API-Client-Programmieranforderungen ermöglichen Administratoren, Vorschläge zu machen, wo und wie die IT-Abteilung KI nutzen kann, um ihren Unternehmen im nächsten Jahr einen Mehrwert zu bieten. Diese Schulung bereitet Administratoren auch auf die Integration neuer maschinenbasierter Technologien wie z.B. Bots vor und letztlich auch auf die verschiedenen Möglichkeiten von KI.

2. Durchbrechen des Hypes

  • Der Hype um KI ist riesig. Allerdings werfen die Akteure mit kühnen Behauptungen über „intelligente Algorithmen“, „maschinelle Lernfähigkeiten“ und „prädiktive Technologien“ um sich, ohne diese Buzzwords wirklich zu verstehen. Viele vermeintlich KI- oder ML-gestützte Initiativen laufen auf wenig mehr hinaus als das automatisierte Verarbeiten extrem großer Datensätze. Einige dieser Lösungen nutzen Hunderte von verschiedenen Datensträngen, um diese zu analysieren und dann für Schlussfolgerungen zu verwenden, auf deren Basis wichtige Geschäftsentscheidungen getroffen werden. Das ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Man kann hier allerdings nicht von künstlicher Intelligenz sprechen.
  • In einer Welt, in der Unternehmen aller Branchen darum ringen, die Macht der KI für ihr Unternehmen zu erschließen, werden die Unternehmen von den Vorteilen dieser Technologien am meisten profitieren, die wirklich alle Nuancen dieser Technologie verstehen.


3. KI in Umsatz umwandeln

  • IT-Manager sollten sich darauf konzentrieren, ihrer Führungsspitze den Wert dieser neuen Technologien so zu erklären, dass sie die Auswirkungen auf den Unternehmensgewinn deutlich erkennt.
  • Laut Gartner soll KI zum Beispiel bis 2020 2,3 Millionen Arbeitsplätze schaffen und 1,8 Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen. Mögliche Arbeitsplatzverluste und ‑gewinne sollten berücksichtigt werden, wenn in KI investiert wird. Außerdem sollte bedacht werden, wie KI die Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung der Mitarbeiter verändern wird. Es liegt in der Verantwortung von IT-Experten, die Führungskräfte bei ihren Entscheidungen rund um IT-Investitionen zu beraten.

Weiterentwicklung

Es warten unzählige Herausforderungen für Unternehmen, die KI und ML nutzen möchten. Durch den endlosen Hype um eine Technologie, die ein enormes Geschäftspotenzial hat, ist es schwer zu erkennen, auf welche Veränderung man sich zuerst einlassen soll. Für IT-Experten ist entscheidend, diesen neuen Technologien immer einen Schritt voraus zu sein, bevor sie die Tech-Landschaft vollständig durchdringen.
Nur wenn die richtigen Grundlagen geschaffen werden, von Unternehmensschulungen bis zur Darlegung eines überzeugenden Geschäftsvorteils, haben IT-Experten die Chance, die Auswirkungen von KI auf ihre Unternehmen zu nutzen.

Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds

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