Sonntag, 23. September 2018
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Checkliste für die Aktualisierung von Software (oder Badezimmern)

Thomas LaRock, Head Geek bei SolarWinds (Quelle: Solarwinds)

Letzten Februar hatten wir beschlossen, ein paar Reparaturen im Haus vorzunehmen, darunter auch einige lose Fliesen im Badezimmer. Bei näherer Betrachtung stellten wir fest, dass der Untergrund leicht feucht war. Dies war die Ursache für die losen Fliesen. Ehe wir uns versahen, hatten wir etwa ein Drittel der Fliesen herausgerissen und mussten erkennen, dass offensichtlich aufgrund eines Lecks der Untergrund großflächig feucht war.

So kam eins zum anderen. Wir bestellten einen Klempner, der sich das einmal anschauen sollte. Anschließend sprachen wir mit einem Konstrukteur über Reparaturmöglichkeiten, um eine komplette Renovierung des Badezimmers zu vermeiden. Es dauerte zwei Wochen, bis wir alle erforderlichen Informationen eingeholt hatten. Anhand dieser Informationen beschlossen wir, keine vereinzelten Reparaturarbeiten vorzunehmen, sondern das Badezimmer komplett zu renovieren.

 

Lässt man diese Ereignisse Revue passieren, können aufmerksame Beobachter auf eine besorgniserregende Analogie schließen: Badezimmerrenovierung und Software-Updates folgen dem gleichen Muster:

Wir haben zunächst eine funktionsfähige Software, mit der wir unsere Arbeit erledigen können, auch wenn sie Schwachstellen aufweist, über die wir großzügig hinwegsehen. Schließlich muss eine der Schwachstellen näher untersucht werden. Firmen werden für Software aus vielen verschiedenen Gründen ein Upgrade durchführen. Beispielsweise, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein, aufgrund von Sicherheitsbedenken oder vielleicht um die Leistung zu verbessern. Unabhängig vom Grund wird aus einer Schwachstelle ein echtes Problem. Schließlich wird die Geschäftsleitung auf dieses Problem aufmerksam und sie muss das weitere Vorgehen festlegen. Informationen werden gesammelt und das Unternehmen trifft eine Entscheidung

Arbeiten Sie einen Plan aus

Bei der Aktualisierung von Software oder Ihres Badezimmers zahlt es sich aus, wenn Sie einen Plan haben. Die Fertigstellung unseres Badezimmers dauerte drei Wochen, weil wir keinen Plan hatten. Deshalb mussten wir manchmal warten, bis jemand verfügbar war und die erforderlichen Arbeiten durchführen konnte. Wenn wir alles im Voraus geplant hätten, wären die entsprechenden Ressourcen zugeteilt, Materialien geliefert und die Arbeiten wesentlich schneller erledigt worden.

Ein Plan spielt auch bei einem Software-Upgrade eine wichtige Rolle. Ich habe schon Firmen erlebt, die genau wie wir bei unserem Badezimmer vorgegangen sind. Sie versuchen, ein paar Schwachstellen zu korrigieren, und stellen dann weitere Schwachstellen fest, die zusätzliche Arbeiten und Ressourcen erfordern. Und bevor sie wissen, wie ihnen geschieht, wird ein ungeplantes, größeres Upgrade durchgeführt. Vielleicht befanden Sie sich ja auch schon einmal in einer solchen Situation. Andernfalls stehen die Chancen gut, dass Ihnen so etwas irgendwann in Zukunft passieren wird. Denken Sie jedoch daran, dass noch nicht alles verloren ist, wenn Sie über Abläufe verfügen, an die Sie sich halten können. Die folgenden sieben Schwerpunkte sollte jeder beachten, der ein Software-Upgrade durchführen möchte.

  • Erstellen Sie einen Rollback-Plan: Ich bin von Beruf Datenbankadministrator (DBA) und weiß deshalb, dass ein Rollbackplan unbedingt notwendig ist. Egal an welchem Punkt des Prozesses Sie sich befinden, Sie müssen stets in der Lage sein, einen früheren Zustand wiederherstellen zu können. Ich habe schon viele Stunden mit Upgrade-Projekten verplempert, bei denen es keinen Rollbackplan gab und wir hart daran gearbeitet haben, dass letztlich alles in der Produktionsumgebung funktionierte.
  • Erfassen Sie Messdaten: Vor dem Upgrade müssen Sie Messdaten zur Anwendungs- und Datenbankleistung erfassen (und Sie werden sich viele Probleme ersparen, wenn Sie dazu ein Leistungsüberwachungs- und Analysetool verwenden). Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, sind Konfigurationseinstellungen für Anwendungen und Datenbanken. Diese sollten Sie ebenfalls vor dem Upgrade erfassen. Sie möchten schließlich nicht das Upgrade zu 95 Prozent erfolgreich durchführen und dann feststellen, dass Ihre Mitarbeiter aufgrund irgendeines fehlenden DNA-Alias Probleme haben.
  • Suchen Sie nach neuen gewünschten Funktionen: Wenn Sie sich schon die Mühe machen, Ihre Systeme zu aktualisieren, sollten Sie sich die Zeit nehmen, um herauszufinden, welche neuen Funktionen verfügbar sind. Möglicherweise möchten Sie nach dem Upgrade eine Funktion verwenden, die zusätzliche Ressourcen oder Hardware erfordert, weshalb Sie diese möglichst früh anfordern sollten.
  • Aktualisieren Sie auf die neueste Version: Nur allzu oft habe ich mitbekommen, wie Firmen ein Upgrade von Software und Systemen in zu kleinen Schritten durchführten. Ich plädiere stets dafür, dass Systeme maximal eine Hauptversion hinter der verwendeten Plattform sind. Beispielsweise wurde SQL 2016 am 1. Juni veröffentlicht und es sollte dann mindestens ein Upgrade auf SQL 2014 durchgeführt werden.
  • Legen Sie die Upgrade-Methode fest: Bei Software-Upgrades gibt es in der Regel drei Möglichkeiten: Sie können ein direktes Upgrade oder ein paralleles Upgrade durchführen oder nach neuen Servern migrieren. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Ich ziehe es vor, nach einem Server zu migrieren, anstatt vorhandene Hardware wiederzuverwenden.
  • Überprüfen Sie die Konfiguration: Nehmen Sie sich nach Abschluss des Upgrades und vor der Übergabe der Systeme an die Endbenutzer die Zeit, um Ihre Anwendungs- und Serverkonfigurationen zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie mit den vorherigen Einstellungen übereinstimmen. In diesem Zusammenhang zahlt es sich aus, einen Großteil dieser Überprüfungen mithilfe von Skripts oder Drittanbietertools zu automatisieren.
  • Testen Sie die Workloads: Wenn die Endbenutzer mit dem Testen ihrer Anwendungen beginnen, sollten Sie unbedingt neue Leistungsmessdaten erfassen und mit den vor dem Upgrade erfassten Leistungswerten vergleichen. Sie möchten sicher nicht, dass sich Ihre Endbenutzer darüber beklagen, dass das neue System langsam ist, ohne dass Daten dazu vorliegen.

Fazit

Drei Monate später ist die Renovierung des Badezimmers nun abgeschlossen. Es hat sich gezeigt, dass diese Checkliste auch für Badezimmerprojekte ziemlich gut geeignet ist. Beispielsweise bestand unser Rollback-Plan in der Nutzung des zweiten Badezimmers im Obergeschoss. Ich wüsste nicht, was wir in diesen drei Monaten ohne dieses Badezimmer gemacht hätten, außer einer Menge zusätzliche Zeit bei Starbucks zu verschwenden.

Thomas LaRock, Head Geek bei SolarWinds

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