Mittwoch, 1. Oktober 2014
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Neueste Technologie für Administratoren

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XP-Umgebungen auf Windows 7 migrieren

P2V Migration for Software Assurance bietet Vorlagen, um das Arbeiten zu erleichtern.

Mit dem Tool P2V Migration for Software Assurance lassen sich Arbeitsplatzsysteme, die auf Windows XP basieren, in eine virtuelle Festplatte (VHD, Virtual Hard Disk) überführen. Diese Lösung setzt auf dem Sysinternal-Programm Disk2vhd und dem Microsoft Deployment Toolkit (MDT) auf. Derzeit ist eine Betaversion bei Microsoft im Rahmen des Connect-Programms verfügbar.


Viele Unternehmen sucht nach einer passenden Lösung, um ihre Windows-XP- oder Vista-Arbeitsplatzumgebungen nach Windows 7 zu migrieren. Dabei spielt der Aspekt der Kompatibilität für die bestehenden Applikationen eine große Rolle.

Mittlerweile stehen neben der Aktualisierung der betreffenden Anwendungen noch verschiedene Ansätze zur Verfügung, um diese Kompatibilität sicherzustellen. Dazu gehören zum einen die „Application Shims“ (sie werden auf einem eigenen Beitrag auf www.nt4admins erklärt). Zum anderen gibt es noch die MED-V (Microsoft Enterprise Desktop Virtualization), eine „unternehmensweite Version des XP Modes von Windows 7“ mit einer zentralisierten Verwaltung und Verteilung der System-Images.

Wenn MED-V nicht zum Einsatz kommen kann und wenn es nur darum geht, den kompletten XP-Arbeitsplatz mit allen Profilen, Applikationen und Daten auf dem Betriebssystem Windows 7 verfügbar zu machen, dann kann der Administrator auf das Werkzeug P2V Migration for Software Assurance zurückgreifen. Dieses Programm gibt es derzeit in einer Betaversion nach der Registrierung (oder Anmeldung) am Connect-Programm von Microsoft zum kostenlosen Download.

Dieses Tool basiert auf dem Physical-to-Virtual-Umsetzer (P2V-Umsetzer) Disk2vhd (es stammt von Sysinternal-Truppe um Mark Russinovich) und dem Microsoft Deployment Toolkit (das lässt sich auch in den System Center Configuration Manager SCCM integrieren). Folgende Funktionen stehen mit P2V Migration for Software Assurance zur Verfügung:

  • Es überführt einen kompletten XP-Arbeitsplatz (oder neuere Betreibssysteme) in eine VHD.
  • Es bringt ein neues Windows 7 Betriebssystem zum Einsatz.
  • Es stellt die XP-VHD mit allen zugehörigen Hotfixes und einer kompletten XP-Mode-Funktionalität wieder her.
  • Es integriert die VM im Startmenü von Windows 7. Damit sind die Anwendungen, die auf dem XP-System installiert sind, bereits aus dem Startmenü von Windows 7 her zu sehen.

Damit lassen sich die Applikationen auf dem XP-System aus dem Windows-7-Startmenü aufrufen. Zudem laufen diese Anwendungen dann auf dem Windows-7-Desktop und nicht auf einem separaten XP-Desktop. Der Anwender kann aber auch angeben, dass er den kompletten Windows-XP-Arbeitsplatz sieht. Damit läuft dann die komplette, alte XP-Umgebung in der aktuellen Windows-7-Umgebung.

Die Einsatzbereiche für P2V Migration for Software Assurance

Um eine allzu große Euphorie etwas zu dämpfen, darf aber der Hinweis nicht fehlen: P2V Migration for Software Assurance sollte nicht als eine generelle Lösung betrachtet werden – es sollte eher die Ausnahme darstellen. Denn wenn man eine komplette Windows-XP-Umgebung in eine VHD überführt, kann man schnell in Größenordnungen im Rahmen von 50 bis 80 GByte für diese VHD kommen.

Dagegen liegen die XP-Images, die sich bei MED-V ergeben, nur im Bereich von 2 GByte. Zudem bietet MED-V eine Funktionalität, die eine automatische URL-Umleitung (URL Redirection) auf einen Internet Explorer 6 (IE6) bietet, der in einem von MED-V bereitgestellten XP-Image läuft. Das ist aber bei der standardmäßigen Funktionalität des XP-Mode nicht machbar.

Daher stellt sich die Frage, wann P2V Migration for Software Assurance zum Einsatz kommen soll:

  • Bei Anwendern mit extrem angepassten Windows-XP-Umgebungen und mit Konfigurationen, die in ihrer eigenen Umgebung nicht unterbrochen werden dürfen.
  • Bei XP-Installationen, die Software verwenden, für die es keine Installationsmedien mehr gibt oder die länderspezifische Versionen haben, die nicht zentral bereitgestellt werden können.

Wenn das Tool nach dem Download von der Microsoft-Website auf dem System mit dem MDT (Microsoft Deployment Toolkit) oder dem SCCM installiert ist, sind nun eigene Skripts verfügbar. Während der Installation werden andere Tools wie disk2vhd und Hotfixes geladen und stehen danach für die Integration in neue Task Sequences bereit.

Der Prozess mit der Umsetzung der physischen in die virtuelle Darstellung (P2V) basiert auf dem neuen Skript ZTIRetro.wsf, das die beiden Modi /STATECAPTURE und /STATERESTORE bietet. Damit wird das Aufzeichnen und wiederherstellen der alten XP-Umgebung durchgeführt. Einige Skripts werden dem MDT (und dem SCCM durch die MDT-Integration) hinzugefügt. Allerdings lassen sich die P2V-Funktionen auch anderen Task Sequences oder Vorlagen hinzufügen. Dazu muss der Administrator nur das Kommando für das Aufzeichnen oder Wiederherstellen kopieren. Dieses Kommando bekommt er aus den „Capture-„ und „Restore VHD Tasks“ in den Vorlagen, die P2V bereitstellt.

Auf der Technet-Seite gibt es einen Webcast zum Thema P2V Migration.

John Savill/rhh

 

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