Montag, 26. September 2016
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Servicepack 3 für Exchange 2010 spielt mit Exchange 2013 zusammen

Quelle: Microsoft

Das Servicepack 3 für Exchange Server 2010 steht zum Download bereit. Damit werden die meisten Hürden beseitigt, die dem Zusammenspiel von Exchange Server 2013 mit der Vorgängerversion entgegenstehen – aber eben noch nicht alle. Das betrifft in erster Linie die Aktualisierung des Datenbankschemas.

Wer bislang in seiner Messaging-Umgebung Exchange 2010 oder Exchange 2007 am Laufen hatte, der konnte noch keine Server mit Exchange 2013 in diese Infrastruktur eingliedern. Denn wichtige Neuerungen der 2013-Version haben die Vorgänger „nicht verstanden“. Mittlerweile steht bei Microsoft sowohl das Servicepack 3 für den Exchange Server 2010 (die deutsche Version ist ungefähr 550 MByte groß) als auch das Update-Rollup 10 für Exchange Server 2007 Service Pack 3 (RU10; das gibt es in zwei Versionen, einmal in der 32- und einmal in der 64-Bit-Version) mit weniger als 80 MByte zur Verfügung.

Vorgänger verstehen nun Exchange 2013

Generell sollte mit diesen Versionen von Exchange das Zusammenspiel mit Exchange Server 2013 gut funktionieren. Ein Beispiel dazu wäre, wenn ein Exchange 2013 Client Access Server (CAS) mit dem CU 1 (Cumulative Update 1 für Exchange 2013, es soll noch im Verkauf des ersten Quartals 2013 freigegeben werden) eine eingehende Verbindung entgegen nehmen kann und sie dann sozusagen als Proxy an einen Postfach-Server mit Exchange Server 2010 Servicepack 3 weitergeben kann.

Allerdings ist dazu noch das letzte Stück nötig: Microsoft muss erst noch das Exchange 2013 CU 1 zur Verfügung stellen. Für Exchange 2013 hat Microsoft auch seine neue Aktualisierungs- und Servicestrategie für Exchange 2013 vorgestellt. Dabei wird künftig quartalsweise ein „Cumulative Update“ zur Verfügung gestellt (mehr dazu ist im Blog „thoughtsofanidlemind“ zu finden).

Wenn das CU 1 verfügbar ist, kann es in Exchange-Organisationen installiert werden, die bereits auf Exchange Server 2010 SP3 oder Exchange 2007 SP3 RU 10 aktualisiert wurden. Allerdings wird kein Exchange 2003 mehr zusammen mit Exchange 2013 unterstützt. Nachdem das erste Quartal schon zur Hälfte vorüber ist, dürfte das CU 1 auch recht bald kommen.

Das Servicepack 3 für Exchange Server 2010 unterstützt nun auch Windows Server 2012. Diese Betriebssystemplattform wird sicher die erste Wahl für die meisten Einsatzszenarien für Exchange 2013 sein. Zudem wird es nötig werden, dass auch hybride Umgebungen unterstützt werden – sprich wenn der „Wave 15 Refresh“ für Office 365 kommt, wird eine Koexistenz sauber machbar sein. Dann wird es dazu kommen, dass der Service (Office 365) auf den Datacenter-Versionen von Exchange 2013, Lync 2013 und Sharepoint 2013 läuft, und die eigenen (On Premise) Infrastruktur noch auf Exchange 2010 SP3 basiert.

Ein großer Unterschied zwischen Exchange Server 2010 Servicepack 3 und vorherigen Servicepacks bezieht sich auf die Aktualisierung des Datenbankschemas, das beim SP 3 stattgefunden hat – ähnlich wie es bei der Umstellung der RTM-Version (also der ersten Version) und dem Servicepack 1 (SP 1) erfolgt ist.

In den Release Notes zu Exchange 2010 SP3 wird das auch publiziert. Als Ergebnis dieser Aktualisierung des Datenbankschemas ist allerdings eine Einschränkung zu verzeichnen, wie Microsoft verdeutlicht: Wenn Postfach-Server auf Exchange 2010 SP3 aktualisiert worden sind, erfahren auch ihre Datenbanken eine Aktualisierung auf das Datenbankschema von Exchange 2010 SP 3. Ist dieser Schritt absolviert, kann man diesen Server nicht mehr mit einem Postfach-Server mounten, der sich auf einer Versionsstufe vor Exchange Server 2010 SP 3 befindet.

Mit dieser Aktualisierung des Schemas kommt ein zusätzlicher Zeitaufwand ins Spiel. Im Zuge der Aktualisierung wird eine Datenbank abgehängt und dann werden alle Postfächer in der Datenbank offline genommen. Wenn der Postfach-Server von der ersten freigegebenen Version des Exchange Server 2010 (die RTM-Version) auf Exchange Server 2010 SP 3 aktualisiert wird, kann dieser Vorgang bis zu 30 Minuten pro Datenbank länger dauern.

Aktualisierung erfolgt Schritt für Schritt

Der Grund dafür ist in der iterativen Vorgehensweise zu suchen: Der Aktualisierungsprozess konvertiert zuerst alle Datenbanken von der RTM-Version des Exchange Server 2010 auf die SP1-Version, dann auf die SP2-Version und danach erst auf die SP3-Version von Exchange 2010. Das bedeutet aber auch, dass die Aktualisierung von SP2 auf SP3 bei Exchange 2010 am schnellsten über die Bühne geht. Dabei kann der Administrator aber verfolgen, wie die Aktualisierung der Datenbank vor sich geht. Dazu muss er die Ereignis-ID 1185 im Anwendungsprotokoll auf dem Server verfolgen, der zurzeit aktualisiert wird.

Beim Mitglied einer Database Availability Group (DAG), das mit einer älteren Exchange-2010-Version ar4beitet, kann die aktiven Datenbanken auf ein DAG-Mitglied verschieben, das bereits mit einer neueren Exchange-2010-Version ausgestattet ist. Der Weg zurück ist allerdings verschlossen: Ist ein Mitglied einer DAG auf ein neuere Servicepack von Exchange 2010 aktualisiert worden, lassen sich seine aktiven Datenbanken nicht mehr auf ein DAG-Mitglied verschieben, das mit einer früheren Exchange-2010-Version arbeitet.

Daher sollte man als Administrator diese Einschränkungen alle gut kennen. Zudem ist noch ein Schema-Update beim Active Directory nötig, damit diese Versionen von Exchange eingesetzt werden können. Erst dann verstehen alle Objekte die Vorgehensweisen und Prozesse aus der neuen Exchange-2013-Welt und eine saubere Koexistenz ist möglich.

Tony Redmond/rhh

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