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Windows Server 2012: Von Versionen & Lizenzen
Im Gegensatz zum Client-Betriebssystem Windows 8 steht der neue Windows Server 2012 schon in der endgültigen Version zur Verfügung. Neben einer großen Anzahl neuer Features und verbesserter Funktionalitäten hat Microsoft mit diesem Server auch die Anzahl der unterschiedlichen Editionen „eingedampft“ und das Lizenzmodell nach eigenen Aussagen vereinfacht: Wir geben einen Überblick.
Seit dem 04. September steht der Windows Server 2012 nun als fertiges Produkt für die Microsoft-Kunden bereit. Seit diesem Zeitpunkt hat die Firma auf diversen sogenannten „Launch-Veranstaltungen“ demonstriert, welche Menge an Veränderungen und Neuheiten das aktuelle Server-Betriebssystem für die IT-Verantwortlichen und Administratoren zu bieten hat. Dabei ist natürlich auch von Interesse, in welchen unterschiedlichen Editionen der Windows-Server nun zur Verfügung stehen wird.
Neue Editionen: Es gibt keinen Small Business Server mehr
Für die Anwender, die bisher auf den sogenannten Small Business Server setzten, ist damit sicher eine gewisse Enttäuschung verbunden: Diese Ausprägung wird es in der bisherigen Form, bei der beispielsweise ein Exchange-Server Teil des Pakets war, nicht mehr geben. Als Nachfolger für diese Zielgruppe stellt Microsoft den Windows Server 2012 Essentials vor.
Dies ist allerdings die einzige Version des neuen Servers, die noch nicht in ihrer endgültigen Version zur Verfügung steht: Aktuell existiert nur ein Release-Candidate dieser Software – die fertige Version soll ab Dezember 2012 angeboten werden. Der laut Microsoft für Umgebungen in kleinen Unternehmen optimierte Server wird mit voreingestellten Verbindungen zu Microsofts Office365 Cloud-Diensten ausgeliefert, zu denen dann unter anderem dann auch Hosted Exchange gehören wird. Ein solcher Server kann dann für bis 25 Anwender eingesetzt werden und bietet keine Virtualisierungsrechte. Wir werden uns mit dieser speziellen Version des Windows Servers 2012 hier auf NT4Admins in den nächsten Wochen und Monaten noch detailliert befassen.
Insgesamt stehen von Microsofts aktuellen Server-Release dann vier unterschiedliche Version für den Kunden zur Verfügung:
- Windows Server 2012 Essentials,
- Windows Server 2012 Foundation,
- Windows Server 2012 Standard und
- Windows Server 2012 Datacenter.
Auch bei der Foundation-Version handelt es sich um einen „kleinen“ Server, der Angaben von Microsoft „grundlegende Server-Funktionalität“ zu bieten hat und in Umgebungen von bis zu 15 Anwendern zum Einsatz kommen kann. Auch hier stehen mit dem Server-Release keine Virtualisierungsrechte zur Verfügung.
Zwei „Hauptversionen“ mit den gleichen Features
Bei allen Veranstaltungen und Vorträgen von Microsoft ist schnell klar geworden, dass die beiden Version Standard und Datacenter sind, die vom Hersteller als die Server-Releases für die meisten Anwendungsfälle angesehen werden.
Hier ist eine ein erste interessante Änderung zu den gleichnamigen Version beim Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2 zu finden: Die beiden Editionen Standard und Datacenter bieten genau die gleichen Features. Dadurch wurde vor allen Dingen die Standardversion des Servers deutlich aufgewertet, gab es bisher doch Features und Möglichkeiten, die ausschließlich in der Datacenter-Version zur Verfügung standen.
Auch in bei der Lizenzierung – bei der man sich laut einhelliger Aussagen verschiedener Microsoft-Quellen bemüht hat, eine Vereinfachung im Vergleich zu bisherigen Modellen einzuführen – unterscheiden sich die beiden „Hauptversionen“ des Server nur im geringen Maße: Beiden Editionen ist gemein, dass die Lizenzierung auf Prozessor- und CAL-Basis (Client Access License) vorgenommen wird.
Sowohl bei der Standard- als auch bei der Datacenter-Version können pro erworbene Lizenz Server mit bis zu zwei Prozessoren betrieben werden. Dabei ist es gleich, wie viele Kerne ein solcher Prozessor besitzt, die Rechnung geht von Prozessor-Sockeln aus. So werden also bei beiden Versionen für einen Server mit vier Prozessoren zwei Windows-Server-Lizenzen benötigt.
Unterschiede bei der Anzahl der virtuellen Instanzen
Worin unterscheiden sich die beiden Editionen? Den Schwerpunkt hat Microsoft hier – ganz im Sinne der Positionierung des Betriebssystems als „Cloud-Betriebssystem“ – auf die Virtualisierungsmöglichkeiten gelegt: Wer die Lizenz für eine Standardversion des Windows Server 2012 erwirbt, besitzt damit das Recht, pro Lizenz zwei virtuelle Instanzen zu betreiben – sollen mehr virtuelle Instanzen betrieben werden, so müssen weitere Lizenzen erworben werden.
Bei der Datacenter-Version existiert eine solche Einschränkung nicht: Hier können bereits mit einer Lizenz unbegrenzt virtuelle Instanzen betrieben werden.
Frank-Michael Schlede





















