Donnerstag, 20. Juni 2013
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Tipp: Schreibcache einschalten oder nicht?

John Savill befasst sich immer wieder auch mit den „kleinen Besonderheiten“, die der tägliche Betrieb der Windows-Systeme mit sich bringt. So tauchte im Rahmen seiner Tätigkeit die Frage auf, ob es sinnvoll ist, immer und bei allen Platten im System den Schreibcache zu aktivieren.

Bei jeder Festplatte (und auch an den mobilen Wechseldatenträgern) kann in den Eigenschaften des jeweiligen Geräts unter dem Reiter „Richtlinien“ festgelegt werden, ob der Schreibcache für dieses Gerät verwendet werden soll oder nicht.

Ist der Schreibcache eingeschaltet, so hat das Betriebssystem die Möglichkeit, einer Anwendung oder einem Prozess die Mitteilung zurückzuliefern, dass ein Schreibvorgang auf diese Festplatte ausgeführt wurde. In Wirklichkeit speichert das Gerät aber die Daten im Hauptspeicher zwischen, so dass die Verarbeitung im Prozess oder Programm ohne Unterbrechung weitergehen kann. Wirklich auf die Festplatte zurückgeschrieben werden die entsprechenden Daten dann in der Regel etwas später im Rahmen anderer Schreibvorgange, was wiederum eine Optimierung des allgemeinen Durchsatzes der Festplatte ermöglicht.

Diese bekannte Vorgehensweise bedeutet aber auch, dass immer ein Risiko für einen Datenverlust besteht: Tritt beispielsweise ein plötzlicher Stromausfall auf, so würde der echte Schreibvorgang nie stattfinden und die Daten wären verloren. Ist das betreffende System mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) ausgestattet, so wird das Risiko des Datenverlustes durch Informationen, die sich im Schreibcache befinden, deutlich minimiert.

Aber, wer darüber nachdenkt, ob er grundsätzlich an allen Platten den Schreibcache eingeschaltet, sollte sich bewusst machen, dass ein plötzlicher Stromausfall nicht die einzige Bedrohung für seine Daten darstellt. Weitere mögliche Probleme betreffen:

  • physikalische Probleme oder gar ein Totalabsturz der Festplatte oder
  • einen Absturz des Betriebssystems.

In beiden Szenarien würde eine USV kein Schutz vor Datenverlust, der durch Verwendung des Schreibcache entstehen könnte, bieten. Natürlich sollte man in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass der Verlust der Daten auf diese Art und Weise sowie die verschiedenen „Crash-Szenarien“ nur eine Möglichkeit und nicht ein unbedingt eintretendes Ereignis darstellen.

Im täglichen Betrieb läuft es erfahrungsgemäß so ab, dass die entsprechenden „echten“ Schreibvorgänge auf die Platten sehr schnell stattfinden. Wie soll also die grundsätzliche Frage nach der standardmäßigen Verwendung dieses Features richtig beantwortet werden?

Es ist auch in diesem Fall mal wieder so, dass Administratoren genau abwägen müssen, welche Vorteile in ihrer Systemumgebung den Ausschlag geben: Sie müssen den unbestreitbaren Performance-Vorteil, der durch den Einsatz des Schreibcache entsteht, sehr sorgfältig gegen einen möglichen Datenverlust oder wenigstens einer Beschädigung der Daten abwägen. Es ist aber ohne Zweifel klar, dass bei Systemen, bei denen der Schreibcache standardmäßig eingeschaltet ist, auf jedem Fall eine USV zum Einsatz kommen sollte.

John Savill/ fms

 


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